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Umwelt

Folgen der Hitze: Feldbrände, Spritzpause, Unwettergefahr

von , am
22.07.2015

Vor allem auf den Süden Deutschlands drückt im Moment die Hitze. Dies erhöht die Gefahr von Feldbränden bei der Ernte, aber auch von Unwettern. Des Weiteren sollten auch PSM achtsam gespritzt werden.

Heute Nachmittag und Abend muss in Deutschland vor allem im Südosten mit einzelnen Schauern und teils kräftigen Gewittern gerechnet werden, die bis in die Nacht hinein aktiv sind. Größere Areale bleiben dem Deutschen Wetterdienst zufolge aber auch verschont.
 
Konkrete Warnungen können von daher nur kurzfristig herausgegeben werden. Dort, wo Gewitter auftreten, besteht Unwettergefahr durch Starkregen, größeren Hagel und schwere Sturmböen, möglicherweise auch orkanartige Böen. Nach Norden und Westen hin bleibt es dagegen weitgehend niederschlagsfrei.

Feldbrände bei Reutlingen und Taufkirchen

Im Landkreis Reutlingen ist am Montagnachmittag ein abgeerntetes Getreidefeld in Brand geraten. Grund: eine Quaderballenpresse, die während des Betriebs am Nachmittag infolge eines technischen Defekts plötzlich Feuer fing. Nach Angaben der Polizei Reutlingen reagierte der 42 Jahre alte Landwirt prompt, koppelte das Zugfahrzeug von dem brennenden Gerät ab und verständigte die Feuerwehr. Begünstigt durch den Wind weitete sich der Brand auf etwa drei bis vier Hektar aus. Da der Brandort inmitten einer Rodung lag, zog zusätzlich ein Landwirt mit einer Scheibenegge eine Schneise zwischen dem Feld und dem Waldrand. Es gab keine Verletzten. Die verbrannten Strohballen hatten einen Marktwert von etwa 1.000 Euro. An der Ballenpresse entstand Totalschaden in Höhe von rund 100.000 Euro.
 
Auch bei Taufkirchen geriet ein teilweise abgeerntetes Feld in Brand. An den Löscharbeiten auf der sechs Hektar großen Fläche waren 78 Einsatzkräfte aus Unterhaching und Taufkirchen beteiligt, wie der BR berichtet. Die Höhe des Schadens ist bisher unbekannt. Um ein Ausbreiten der Flammen zu verindern, pflügten auch hier Landwirte umgehend die Ackerränder.

Pflanzenschutzmittel: Krautregulierung bei Kartoffeln verlegen

Die hohen Temperaturen wirken sich auch auf Pflanzenschutzmaßnahmen aus. Die LWK Nordrhein-Westfalen schreibt dazu: "Herrschen zum Zeitpunkt der Krautregulierung bei Kartoffeln sehr hohe Temperaturen vor, besteht ein hohes Risiko für Gefäßbündelverbräunungen und Nabelendnekrosen."
 
Deswegen sollte die Krautregulierung, besonders mit Reglone, nicht bei hohen Temperaturen durchgeführt werden. Die LWK NRW rät deshalb, die Behandlung in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu verlegen. Durch ein Splitting (Vor- und Nachlage) könne die Gefahr von Gefäßbündelverbräunungen deutlich reduziert werden. Bei sehr warmer Witterung können die Aufwandmengen von Reglone zudem reduziert werden.

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