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Wirtschaft

Fonterra: Teure Rohmilch schmälert Profitmargen

AgE/agrarheute
am
16.12.2013

Auckland - Fonterra wird die Dividende für Genossenschaftsanteile um zwei Drittel kürzen. Milcherzeuger können dennoch auf eine Steigerung des Milchgeldes um ein Drittel hoffen.

Fonterra verändert seine Produktpalette und und bewegt sich nun weg vom Milchpulver hin zu hochwertigen Zutaten sowie Dienstleistungsangeboten. © Werkbild
Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra wird im Geschäftsjahr 2013/14 voraussichtlich einen spürbaren Gewinnrückgang verzeichnen und deshalb die Dividende für genossenschaftliche Milchlieferanten kürzen.
 
Das Unternehmen bestätigte vergangene Woche zwar seine bisherige Milchpreisprognose für die laufende Saison auf dem Rekordniveau von fünf Euro pro Kilogramm Feststoffeinheit, doch soll die Vergütung der Genossenschaftsanteile von 0,19 Euro auf 0,06 Euro je Kilogramm Milchtrockenmasse gesenkt werden.
 
Die Lieferanten von Fonterra würden damit für ihren Rohstoff insgesamt 5,06 Euro pro Kilogramm Feststoffeinheit erhalten. Das wäre gut ein Drittel mehr, als 2012/13 mit 3,71 Euro erlöst wurde.

Aktien verlieren fast zehn Prozent

Leidtragende der Dividendenkürzung sind vor allem Kapitalinvestoren, die stimmrechtslose, aber dividendenberichtigte Anteilsscheine des im November 2012 neu aufgelegten Fonterra-Fonds gezeichnet haben.
 
Die börsenotierten Papiere verloren nach Bekanntwerden der jüngsten Zahlen an der Börse in Sydney fast zehn Prozent und notierten zuletzt gut fünf Prozent unter ihrem Ausgabewert.

Beste Erlöse für Milchpulver

Der jüngsten Schätzung zufolge wird der Milchpreis für die genossenschaftlichen Lieferanten von Fonterra in der Saison 2013/14 bei umgerechnet 43,5 Cent/kg liegen. Der Vorstandsvorsitzende des Molkereikonzerns, John Wilson, machte deutlich, dass die Erzeugerpreise noch höher lägen, würde das Produktportfolio ausschließlich aus Milchpulver bestehen. Auf diesen Märkten ließen sich aufgrund der regen Nachfrage überdurchschnittliche Preise erzielen, während die Verwertung der Milch über Käse und Kasein deutlich hinterherhinke.
 
Deshalb sei man bei der Milchpreisprognose, die sich normalerweise ausschließlich an den Verdienstmöglichkeiten am Milchpulvermarkt orientiere, auch nicht ans Limit gegangen. Nach Angaben von Hauptgeschäftsführer Theo Spierings hat Fonterra in der laufenden Saison das Maximum an verfügbarem Rohstoff zu Voll- und Magermilchpulver verarbeitet, um den Erzeugern hohe Auszahlungspreise zu garantieren. Rund 70 Prozent des Rohstoffaufkommens sei in dieses Produktsegment geflossen, womit jedoch die Kapazitätsgrenzen der Werke erreicht worden seien.

Fonterra rechnet mit Gewinnrückgang

Fonterra setzt nach Angaben von Wilson langfristig auf das Segment Milchtrockenerzeugnisse und wird dieses aufgrund der stetig steigenden internationalen Nachfrage strategisch weiter entwickeln.
 
Weniger rosig sehen allerdings die jüngsten Prognosen für das aktuelle Geschäftsjahr aus. Die hohen Milchpreise und geringere Profitmargen werden laut Fonterra zu einem Gewinnrückgang führen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) werde zwischen 301 und 362 Millionen Euro liegen und damit das Ergebnis von 603 Millionen Euro im Jahr 2012/13 deutlich verfehlen.
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