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Wirtschaft

Fonterra will bis zu 75 Prozent des Gewinns ausschütten

Externer Autor
am
14.12.2009

Auckland - Der genossenschaftlich organisierte Milchverarbeiter Fonterra aus Neuseeland strebt an, künftig etwa 65 Prozent bis 75 Prozent seines Gewinns an die Teilhaber auszuschütten.

Wie das Unternehmen Anfang Dezember weiter bekanntgab, soll diese Ausschüttung an zwei Terminen pro Jahr erfolgen, nämlich im April und im Oktober. Die übrigen 25 Prozent bis 35 Prozent des Gewinns würden im Unternehmen verbleiben. Im Einzelnen will Fonterra im laufenden Geschäftsjahr pro Anteilsschein 35 Prozent bis 45 Prozent des Gewinns auszahlen sowie weitere 20 Prozent bis 30 Prozent als Dividende ausschütten.

Fonterra-Aufsichtsratschef Henry van der Heyden erklärte, traditionell hätten die Farmer speziell ein Auge auf ihrem Auszahlungspreis und weniger auf den beiden Einzelkomponenten, dem Milcherzeugerpreis und dem Gewinn pro Anteil. Mit der beschlossenen Veränderung der Kapitalstruktur sei es aber wichtig, auf beides zu achten. Fonterras Anteilseigner hatten sich vor wenigen Wochen dafür ausgesprochen, dass die von einzelnen Genossen gehaltenen Unternehmensanteile um bis zu 20 Prozent über ihre an die Produktionsrechte gekoppelten Anteilsscheine hinausgehen dürfen. Damit soll dem Unternehmen frisches Kapital zufließen. Ein solches Modell hatte der Vorstand vorgeschlagen, nachdem Pläne für eine Auslagerung des operativen Geschäfts in eine Aktiengesellschaft an der landwirtschaftlichen Basis durchgefallen waren.

Neue Strategie angekündigt

Auf Kritik stieß Fonterras jüngste Ankündigung zum Verhältnis von einbehaltenem und ausgeschüttetem Gewinn beim neuseeländischen Bauernverband Federated Farmers. "Eine Genossenschaft mit starkem Wachstum sollte wenigstens 60 Prozent ihres ausschüttbaren Gewinns im Unternehmen halten", forderte Lachlan McKenzie aus dem Vorstand von Federated Farmers. Er plädierte dafür, mehr Geld in der Genossenschaft zu belassen und damit Investitionen auf Wachstumsmärkten zu finanzieren, wovon die Landwirte langfristig mehr hätten. Die jetzt angekündigte Strategie könne als Teil der Restrukturierung rund 1,3 Milliarden NZ$ (624 Millionen Euro) an frischem Kapital bringen. Würden 60 Prozent des Gewinns einbehalten, läge der Betrag aber höher, betonte McKenzie. (AgE)

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