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Wirtschaft

Fonterra will nicht mehr an die Börse

Externer Autor ,
am
15.09.2009

Wellington - Neuseelands marktbeherrschender Milchverarbeiter Fonterra hat seine Pläne für einen Börsengang aufgegeben.

Knapp zwei Jahre nach der Bekanntgabe eines solchen Ansinnens teilte das genossenschaftlich organisierte Unternehmen jetzt mit, ein Börsengang werde nicht zu den Optionen gehören, die bei einer in Kürze beginnenden Befragung der Anteilseigner zur Kapitalstruktur diskutiert würden. Damit reagiert das Unternehmen offenbar auf Kritik aus den eigenen Reihen.

"Viele unserer Anteilseigner haben deutlich gemacht, dass sie weiterhin eine hundertprozentige Kontrolle der Landwirte über die Genossenschaft wollen", erklärte Aufsichtsratschef Henry vanderHeyden. Den Börsengang von der Tagesordnung zu nehmen bezeichnete er als pragmatischen Ansatz, der die Stimmung unter den Anteilseignern wiedergebe. Es wäre Zeitverschwendung, über eine Börsennotierung zu diskutieren, wenn keine Aussicht auf eine Dreiviertelmehrheit bestehe, die bei der Abstimmung über Satzungsänderungen notwendig sei.

Fonterras Geschäftsführung hatte im November 2007 eine Konsultation eingeleitet, in der der Börsengang als bevorzugter Weg für die künftige Kapitalstruktur erkennbar gewesen war. Laut den Plänen sollten zunächst 20 Prozent der Fonterra-Anteile in Streubesitz übergehen und 80 Prozent bei den Farmern verbleiben, davon 65 Prozent über ihre Mitgliedschaft in der Genossenschaft und 15 Prozent über Anteile an einer neuen Gesellschaft, in der das operative Geschäft ausgelagert werden sollte. Langfristig abgesichert werden sollte eine Mehrheit von 50,1 Prozent der Genossenschafts-Mutter an der börsennotierten Tochter. (AgE)

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