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Klimawandel

Forscher befürchten extremere Hitzewellen

Dürre auf Maisfeld
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Amelie Grabmeier, agrarheute
am
10.08.2018

Der Hitzesommer hat Deutschland fest im Griff. Viele Landwirte haben mit Feldbränden und Ernteausfällen zu kämpfen. Forscher befürchten weitere Hitzeextreme.

Die Bullenhitze hat Deutschland weiter im Griff. Die Landwirte rechnen wegen der Trockenheit mit erheblichen Ertragseinbußen. Vielen Bauern geht inzwischen auch das Futter für ihre Tiere aus.

Nach Ansicht des Frankfurter Klimaforschers Joachim Curtius werden sich die Hitzewellen weiter häufen. Solche extremen Bedingungen könnten ab der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts sogar jedes zweite oder dritte Jahr auftreten", sagte Curtius dem Online-Magazin der Frankfurter Goethe-Universität.

Ursache für Hitzesommer

Der Hauptgrund für die Zunahme der Hitzesommer sei, dass die Temperaturen in den arktischen Regionen viel stärker zunähmen als in mittleren Breiten. Damit nimmt das Temperaturgefälle, das den Jetstream verursacht, ab", so Curtius. 

Die starken Windströme (=Jetstreams) in den Höhenschichten der Troposphäre, die normalerweise für den steten Wechsel zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten sorgen, träten dann auf der Stelle. Dies führe zu blockierenden Hochdrucklagen, die künftig noch zunehmen könnten.

Mitten im Klimawandel

Auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) befürchtet eine Zunahme der Hitzephasen. Wir befinden uns bereits mitten im Klimawandel", sagte Fred Hattermann, ein Forscher des PIK, auf tageschau.de. In Deutschland hat die Temperatur seit der industriellen Revolution im Durchschnitt schon um 1,4 Grad zugenommen.“

Der Temperaturanstieg führe dazu, dass bestimmte Getreidepflanzen nicht mehr angebaut werden könnten. Daneben seien Brände und Hochwasser eine Folge des Klimawandels.

Vorsorge treffen

Das mögliche Ausmaß dieser Extremereignisse ist für uns noch nicht vollständig absehbar“, warnte Hattermann. Anpassungsstudien und Hochrechnungen zu Hochwasser oder Trockenheiten würden helfen, sich auf bestimmte Szenarien vorzubereiten.

Städte und Gemeinden sollten Niederschläge und Sturzfluten im Blick behalten und Vorsorge treffen. Dabei könne jeder Einzelne vermeiden, dass der Treibhauseffekt verschärft werde. „Weniger Auto fahren, mehr die öffentlichen Verkehrsmittel in Anspruch nehmen“, riet der Forscher.

Mit Material von dpa, tagesschau.de

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