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Politik national

Forscher fordern Änderung des Direktzahlungssystems

von , am
03.03.2010

Berlin - In einer Anhörung der FDP-Bundestagsfraktion über die Zukunft der gemeinsamen Agrarpolitik sprachen sich Wissenschaftler der Agrarwirtschaft für einen Ausstieg aus den produktionsgebundenen Direktzahlungen aus.

© Kati Molin/Fotolia

Hingegen müssten die Zahlungen im Rahmen der Entwicklung des ländlichen Raums (zweite Säule) ausgebaut werden. "Langfristig muss die Landwirtschaft ohne Dauersubventionierung am Markt bestehen", betonte Peter Michael Schmitz, Leiter des Instituts für Agrarpolitik und Marktforschung der Universität Giessen.

Die Frage sei nicht, ob die produktionsgebundenen Direktzahlungen abgebaut werden sollten, sondern in welchem Zeitraum, so der Vizepräsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), der zugleich vor abrupten Politikänderungen warnte.

Argumente für Beibehaltung der Direktzahlungen nicht überzeugend

Peter Weingarten, Direktor des Instituts für ländliche Räume des Johann-Heinrich-von-Thünen-Instituts, bezeichnete die vorliegenden Argumente für eine Beibehaltung der Direktzahlungen als nicht überzeugend. Beispielsweise liessen sich nach den bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen durch die höheren Produktionsstandards in der EU allenfalls sehr geringe Zahlungen pro Hektar rechtfertigen.

Zahlungen nur mit Honorierung öffentlicher Leistungen sinnvoll

Auch das Ziel einer flächendeckenden Landwirtschaft sei nicht mit einer allgemeinen Flächenprämie zu erreichen, die auf bevorzugten Standorten ebenso gewährt werde wie in benachteiligten Regionen. Weingarten lässt auch das Einkommensargument nicht gelten, weil die Fläche als Kriterium für eine Einkommensstützung denkbar ungeeignet sei. Auf längere Sicht seien Zahlungen an die Landwirtschaft nur mit der Honorierung öffentlicher Leistungen zu begründen. "Dafür ist die zweite Säule das geeignete Instrument", so der Agrarwirtschafter. (lid)

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