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Dorf und Familie

Fragen zu Scheidung, Weideformen und mündlichen Pachtverträgen

Externer Autor
am
22.06.2012

Wie verhalten wenn sich gute Bekannte (Landwirte) trennen? Welche Weide ist die beste? Und wie muss ein mündlicher Pachtvertrag gekündigt werden?

Welche Weideform ist die Beste?
 
"Ich würde gerne von euch wissen welche Weideform ihr als Milcherzeuger bevorzugt, oder welche, aus eurer Sicht, am tiergerechtesten ist? sie sollte aber auch mit Robotermelken zu kombinieren sein." das fragt Suedsteirer im Forum Rind. stauffenqueen antwortet: "haben intensive Standweide . Gut 12 ha für knapp 90 Kühe in Stallnähe. Die fläche ist etwa gedrittelt.
Haben zwar keinen Roboter aber die Kühe nutzen aber trotzdem ständig die Möglichkeit rein und raus zu gehen. Die Futteraufnahme an den Kraftfutterstationen geht kaum zurück und sie haben immer die Möglichkeit Mischung zu fressen. Gibt ja mittlerweile auch Weideroboter. Ansonsten je näher die Weide ist ,desto besser wird es warscheinlich mit dem Roboter klappen! Sicherlich ist Weide am artgerechtesten. Ob sie mnotwendig ist hängt sicherlich vom Komfort des Stalls ab! Wir haben einen rel. alten Stall und deswegen würde ich auf Weide niemals verzichten !" Omarin meint: "Also ich würde sagen, Weide ist immer super, wenn auch der Stall noch so neu ist, aber wenn sie raus können tut ihnen das einfach gut." Darauf Freisinger: "Aber heut ists ihnen zu heiß draussen. Die sind um 10Uhr schon von selber in den Stall zurück."

Scheidung

Ohm schildert folgenden Fall: "Er Landwirt, sie eingeheiratet, jetzt 10 Jahre verheiratet, nun läuft es auseinander. Beide besuchen uns noch. Drei Kinder, 60 ha, Hof vor 10 Jahren neu gebaut, Milchviehhaltung, um die 90 Kühe. Bei Milchpreis um 20 Cent ging es sehr schlecht, jetzt läuft der Betrieb gut. Na Ja wie wir das so ungefähr beurteilen können. Kann man ganz grobe Anhaltspunkte geben, wie das finanziell weiter läuft? Kann er es so betriebswirtschaftlich ausrechnen, dass sie von Sozialhilfe leben muss oder geht der Betrieb jetzt den Bach runter? Es hilft uns, auch ganz grobe Anhaltspunkte zu haben, um das Ganze einschätzen zu können." Pattibelle reagiert darauf etwas verschnupft: "Sorry - warum soll SIE von Sozialhilfe - jetzt heißt's Hartz 4- leben. Hat SIE nicht 3 Kinder versorgt, erzogen und am Hof mitgeholfen? Und jetzt wird SIE einfach rausgerechnet..." Mim meint: "Tipp - unbedingt sich an die landw. Familienberatung wenden um eine tragfähige (finanziell) für alle Seiten zu finden und den Kindern eine Perspektive zwischen Heimat & Neuanfang. Und im Freundeskreis kann man schaun, dass man Krisenzeiten puffert (Sorgen abladen) und Eskalationen nicht unterstützt sondern immer wieder zu Kooperation/konstruktiver Lösungsfindung ermutigt...?Ich fände das wichtigste Erbe, dass die Kinder das ohne Trauma überstehen, die Chance haben ihre Eltern auch nach der Trennung/Scheidung als Bezugspersonen zu erleben und dass es im Leben um viele Neuanfänge gehen kann mit neu gestalteten Beziehungen."

300.000 Liter Heizöl in Biogasanlage verfeuert!

Zu dem aktuellen Skandal in dem ein Landwirt Heizöl statt Pflanzenöl in der Biogasanlage verbrannt hat schreibt hipagrar: "Ich möchte nicht missverstanden werden. Dies soll jetzt kein Biogas - bashing werden. Ich sehe aber großen Akzeptanzprobleme kommen, wie bei der Massentierhaltung. Ich habe wie viele andere auch angenommen, dass eine Anlage mit Mais und Gülle läuft. Warum muss da auch noch Heizöl verfeuert werden?" dermarquardt antwortet: "weil die Zündstrahlmotoren, modifizierte Dieselmotoren nicht nur mir Gas laufen, da wird immernoch Heizöl oder in manchen Fällen auch Pflanzenöl mit verfeuert, um den Verbrennungsprozess eines Selbstzündenden Motors aufrecht zuerhalten " Matthias ergänzt noch: "Wie mein Vorredner schon schreibt braucht ein Zündstrahlmotor zum Betrieb zwischen 2 und 8 % Zündöl. Und das darf seit ein paar Jahren nur über Pflanzenöl passieren um die EEG Umlage zu erhalten. Es ist schon fast Dummheit, wenn man bedenkt welchen Kontrollen man unterliegt so etwas zu machen um ein paar Euro zu sparen. Denn ohne die Vergütung nach EEG, die jetzt sicherlich futsch ist wird wohl kaum noch ein Betrieb möglich sein. Ergänzend möchte ich noch sagen das sich in den letzten Jahren immer mehr die Gas-Ottomotoren durchgesetzt haben die ohne Zündöl auskommen" Auf die Antwort von hipagrar: "Dieses Beispiel zeigt wieder einmal wie wichtig es ist, bei Präsentationen alle Details zu nennen. Vermutlich hat man aus Imagegründen auf den Hinweis zur Funktionsweise eines Zündstrahlmotors hinzuweisen, verzichtet. Nun stellt sich der NABU Mann dorthin und beschuldigt eine Branche der Zweckentfremdung des Heizöls." schreibt Matthias noch: "Wenn in den Medien gesagt wird das Heizöl statt Biomasse verbrannt wurde macht das natürlich mehr Eindruck als wenn nur ein Zuschlagstoff illegal eingesetzt wurde. Das sind so die Mittel die NABU und BUND einsetzen...."

Führerschein Klasse L jetzt bis 40 Km/h

Matthias kommentiert einen Agrarheuteartikel: "Das nenn ich mal sinnvoll [www.agrarheute.com] auch das man selbstfahrende Futtermischwagen jetzt mit der L oder T fahren darf, die durften bis jetzt nur mit LKW Schein gefahren werden." Auf die Antwort von man2f1: "So wie Ich das sehe nur als Solofahrzeug, mit Anhängern max. 25km/h  oder? also Zwecklos, ein Schlepper ohne Anhänger oder Anbaumaschine ist wertlos. Und da man ja eigentlich mit Anbaumaschinen auch nur 25km/h fahren darf (jeder guckt jetzt bitte erst eine seine Betriebsanleitung bevor er das erwiedert!) gibt es da nix sinvolles." schreibt er: "Mit angehangenen Arbeitsgeräten (Presse, Schwader, Aufgesattelte Scheibenegge usw) kannst du so schnell wie fahren wie der Traktor fährt (soweit das Gerät für die Geschwindigkeit zugelassen ist). Wie es mit den Anbaugeräten ist kann ich nicht sagen, glaube aber nicht das das mit den 25 km/h stimmt. Selbst dann braucht man einen 40kmh Schein, weil es ja um die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Traktors geht. Die L wird sicher nicht die T ersetzen, aber sie gibt jetzt gerade Fahranfängern und Ausbildungsbetrieben mehr Rechtssicherheit. Hier im Osten ist es eher die Regel als die Ausnahme das Lehrlinge bei Ausbildungsbeginn schon die T vorweisen können. Mit der neuen Regelung können sie meist wenigstens schon mal mit dem Grubber oder der WIesenschleppe los."

Kündigung mündlicher Pachtvertrag

Fillybella braucht Hilfe bei einem Problem: "Vieleicht kann mir hier jemand weiterhelfen. Mein Schwiegervater pachtete mündlich vor über 25 Jahren eine Wiese zum Heu machen. Nach dessen Tot vor 9 Jahren übernahmen wir die Wiese. Weder mein SV noch wir mussten jemals einen Pachtzins zahlen den der Besitzer wollte die Wiese nur saubergehalten haben. Wir mähten also Heu und liesen unsere Pferde dort grasen. Vor ca.3 Wochen stellten wir dort wieder die Koppel auf da wir dieses Jahr eine andere Wiese zum Heuen haben. Gestern rief mich ein angeblicher neuer Pächter der Wiese an machte mich rund und meinte das er die Wiese gepachtet hat und wir schleunigst abziehen sollten (die Pferde stehen seit 1 Woche dort und haben fast alles abgefressen). Meine Frage : Kann der neue Pächter das einfach oder hat er gegenüber uns eine Kündigungsfrist oder dergleichen einzuhalten." Das es ein nicht alltägliches Problem ist zeigt die kontroverse Diskussion. Freisinger schreibt: "Für mündliche Pachtverhältnisse gilt......nach 5Jahren Pachtdauer......eine 2jährige Kündigungsfrist.....Auch ohne Pachtzahlung. Nur schriftliche Kündigung ist gültig. Den genauen Stichtag für die rechtswirksame Kündigung wird dir bestimmt noch jemand sagen....im Laufe des Tages." DWEWT gibt allerdings zu bedenken: "zu berücksichtigen ist, dass es zwischen den beiden Parteien gar keinen Pachtvertrag gibt! Verträge können nicht vererbt werden." Auf die Antwort von Kuehesindsuper: "Problem bei der Sache ist, dass gar nie ein Pachtvertrag bestand, auch beim Schwiegervater nicht. Voraussetzung für einen Pachtvertrag ist ein Pachtzins. Ohne Pachtzins besteht ein Leihvertrag, der jederzeit ohne Einhaltung von Fristen von einem Vertragsteil aufgelöst werden kann." schreibt Comperia: "Die Pacht kann doch auch als Sachleistung (=mähen) erbracht werden. Bargeldfluss ist überhaupt nicht erforderlich."
Die gesamte Diskussion:             http://agrarheute.landlive.de/boards/thread/43242/page/1/
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