Login
Politik EU

Frankreich: Le Foll bleibt Agrarminister

von , am
08.04.2014

Paris - Stéphane Le Foll bleibt Landwirtschaftsminister, erhebt künftig aber auch noch als Regierungssprecher die Stimme. Das hat der Elysée-Palast bestätigt.

Frankreichs Landwirtschaftsminister Stephane Le Foll genießt anscheinend das Vertrauen seines Präsidenten. © philippe Grangeaud solfé communications/flickr
Stéphane Le Foll ist aus der von Staatspräsident François Hollande angestoßenen Regierungsumbildung gestärkt hervorgegangen: Künftig fungiert der 54-Jährige nicht nur als Fachminister für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, sondern gleichzeitig als Sprachrohr des neuen Kabinetts unter Ministerpräsident Manuel Valls.
 
Das bedeutet insbesondere, dass es Le Foll sein wird, der sich im Anschluss an die wöchentlichen Sitzungen den Fragen der Journalisten stellt.

Agrarministerium bleibt eigenständig

Obwohl die Zahl der Köpfe von 38 auf 16 verringert wurde, bleibt das Agrarministerium eigenständig und wird nicht - wie von einigen Seiten erwartet - mit dem Umweltministerium zusammengelegt. An dessen Spitze steht künftig Ségolène Royal, die 2007 mit Nicolas Sarkozy um das Präsidentenamt konkurrierte, nach ihrer Niederlage gegen den Konservativen aber vorübergehend aus der ersten Reihe der französischen Sozialisten verschwunden war. Die 60-Jährige war bereits von 1992 bis 1993 Umweltministerin. Jetzt übernimmt sie auch den Bereich Energie und nachhaltige Entwicklung. Seit 2004 saß sie dem Regionalrat der französischen Region Poitou-Charentes vor.

Spannungsthema Gentechnik

Die Regierungsumbildung erfolgte im Zuge der schweren Niederlage, die die Sozialisten bei den jüngsten Kommunalwahlen Ende März gegen die konservative UMP und das Spektrum der rechten Parteien erlitten. Valls, der erst mit 20 Jahren die französische Staatsbürgerschaft annahm, war seit 2012 Innenminister. Er gilt in der eigenen Partei als wenig linientreu und vergleichsweise wirtschaftsfreundlich.
 
Die französischen Grünen zogen sich aus Protest über die Nominierung des gebürtigen Katalanen aus der Regierungsbeteiligung zurück. Für Spannung dürfte die künftige Positionierung Frankreichs in Sachen landwirtschaftliche Gentechnik sorgen: Während sowohl Le Foll als auch Royal als ausgesprochene Gegner der Technik gelten, bedauerte Valls in der Vergangenheit öffentlich die "Fatwahs" gegen gentechnisch veränderte Organismen (GVO).
Auch interessant