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Rheinland-Pfalz

Frauen flüchten auf Baum: Jäger retten Wanderer vor Wildschwein

Ein Stück Schwarzwild hat bei Boppard zwei Wanderinnen einen Baum hinauf gejagt.
am Dienstag, 11.10.2022 - 05:00 (1 Kommentar)

Glück im Unglück hatten zwei Wanderinnen in Rheinland-Pfalz: Zwei Waidmänner retteten sie vor einem Stück Schwarzwild. Zuvor waren die beiden Frauen auf einen Baum geflüchtet.

Mit dem Schrecken davongekommen sind am Wochenende zwei Frauen bei Boppard. Die beiden waren zum Wandern in der Nähe des dortigen Klettersteigs unterwegs und kamen dabei vom Weg ab. Wie der „SWR“ berichtete folgten die beiden deshalb einem Weg, der lediglich in einer App eingezeichnet war. Am Ende standen die beiden auf einem Wildacker in einer Sackgasse.

Der Weg zurück: Versperrt von einem 95 Kilo schwerem Wildschwein.

Wanderer klettern auf Baum: Wildschwein will folgen

„Deshalb sind die beiden Wanderer auf einen Baum geklettert“, sagt eine Beamtin aus Boppard. Die Ursache dafür benennt der „SWR“: Das Wildschwein folgte den beiden Frauen und versuchte sogar auf den Baum zu kommen.

Nuria Walden, eine der Beteiligten, sprach gegenüber dem „SWR“ von einer „hartnäckigen“ Verfolgung – aber immerhin schien das Tier nach Einschätzung der Frau nicht aggressiv gewesen zu sein. Ihre Vermutung bestätigt das folgende Geschehen: Das Wildschwein legte sich unter dem Baum zur Ruhe.

Rettung von Wanderern: Ungewöhnliche Situation für Jäger

„Die beiden haben dann einen Notruf abgesetzt“, teilt die Polizeidienststelle Boppard gegenüber dieser Redaktion mit. Über die integrierte Leitstelle in Bad Kreuznach ging der Fall dann weiter an die Führungszentrale des Polizeipräsidiums in Koblenz, um schließlich vor Ort in Boppard aufzuschlagen.

Die Polizei informierte daraufhin den Jagdpächter. Dieser rückte gemeinsam mit seinem Sohn an. Für Ralf Schwammkrug, seit 25 Jahren Jäger, eine mehr als ungewöhnliche Situation. Nach eigenen Angaben hat er so einen Zwischenfall noch nie erlebt. „Als ich die beiden Frauen vor Ort tatsächlich auf den Bäumen sitzen sah, mit dem Wildschwein unter sich – da war ich auch erstmal baff.“

Wildschwein wollte sich verteidigen und griff an

Im Anschluss lief das Wildschwein auf den Jagdpächter zu. Er schoss, fehlte jedoch. Sein Sohn Tobias hatte schließlich Waidmannsheil – seine Kugel saß. Nach Angaben der beiden Jäger gegenüber dem SWR sei das Tier gesund gewesen. Dennoch untersucht nun das zuständige Veterinäramt entnommene Proben.

Die Vermutung der Waidmänner: Das Wildschwein sei im Revier in seinem Schlaf gestört worden - und wollte sich dann verteidigen.

Mit Material von SWR

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