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Winterwetter

Frost: So bleiben Hände und Füße im Stall und auf dem Feld warm

Warme Schuhe für den Winter
am Freitag, 12.02.2021 - 12:00 (1 Kommentar)

Wer im Winter draußen arbeitet, braucht die richtige Kleidung. Unseren Tipps für warme Hände und Füße bei frostigem Winterwetter.

Ob Schnee, Eis, gefrorener Matsch oder eiskalte Stallböden - bei diesen frostigen Temperaturen brauchen Sie gute Schuhe und warme Handschuhe. Egal ob Sie draußen zu Fuß unterwegs sind oder mit dem Traktor anderen Verkehrsteilnehmern helfen. Denn unsere Hände und Füße sind besonders kälteempfindlich. Und oft gibt es im Winter ungeplante Sondereinsätze an der kalten Luft, beispielweise wenn das Tränkesystem eingefroren ist oder Dächer von der Schneelast befreit werden müssen

Wenn es richtig kalt wird, konzentriert sich der Körper nämlich darauf, die wirklich wichtigen Teile und Organe zu schützen: Gehirn, Herz, Lunge. Füße und Hände werden da leider als weniger wichtig angesehen und haben das Nachsehen: Die Durchblutung wird deutlich heruntergefahren. Umso wichtiger ist es, diese weit vom Körperinneren entfernten Gliedmaßen gut zu schützen

Viel Luft gegen kalte Füße

Die wichtigsten Tipps gegen kalte Füße:

  • Luft im Schuh lassen. Zu enge Schuhe schränken die Bewegung ein und verhindern eine gute Blutzufuhr. Daher Schuhe und Stiefel im Winter lieber eine Nummer größer tragen.
  • Zwiebelschalenlook: Was bei Oberbekleidung funktioniert, ist auch für die Füße gut. Mehrere Schichten an Socken, am besten aus verschiedenen Materialien, schützen die Füße. Eine gute Kombination sind zum Beispiel dünne Baumwollsocken und darüber Omas Selbstgestrickte. 
  • Funktionssocken: Wer Ski fährt, kennt sie schon seit Jahren: auch für die Füße gibt es gute Funktionsbekleidung. Die Strümpfe sind aus Mischgewebe aus Kunst- und Naturfasern und oft dick und flauschig. Achtung, bei manchen Funktionsstrümpfen gibt es Schwitzfüße!
  • Die richtigen Schuhe: Gerade bei Stall- und Arbeitsschuhen gibt es eine riesige Auswahl. Wichtig sind bei Winterschuhen eine richtig dicke Gummisohle, ein gutes Außengewebe (Leder oder Goretex) und ein ordentliches Innenfutter. Das muss nicht besonders dick sein, wichtiger ist es, das Innenfutter trocken zu halten und gegen Feuchtigkeit von außen und auch von innen zu schützen. Gut eignen sich Stiefel, die auch die Beine mit warm halten. 
  • Extraschicht: einige Gummistiefel gibt es mit extra Isolationsschicht, zum Beispiel aus Neopren. Die hilft nicht nur beim Warmhalten, sondern federt die Sohle - das ist beim Laufen sehr angenehm.
  • Einlegesohlen: können helfen, wenn die Sohle des Schuhs nicht dick genug ist. Auch bei Einlegesohlen setzen Sie am besten auf natürliche Materialien wie Lammwolle, Wollfilz etc. Bitte aufpassen, dass durch die zusätzliche Sohle der Schuh nicht zu eng wird.
  • Bewegung: Kennt jeder - wer stundenlang im Melkstand steht, bekommt eher kalte Füße als beim Weidezaunabgehen. Bewegen Sie die Füße, die Zehen, hopsen oder stampfen Sie - das hilft der Durchblutung.
  • Und wenn gar nichts mehr hilft... gibt es technische Hilfsmittel wie beheizbare Sohlen. Die gibt es als Einmalartikel (teuer und schlecht für die Umwelt, aber in absoluten Notlagen ihr Geld wert) oder als batterie- oder akkubetriebene Version. Die günstigeren haben einen externen Akku, den man an den Stiefelschaft klippsen kann. Die etwas teureren Modele haben den Akku in die Sohle integriert - zum Aufladen einfach ans Kabel hängen.

Bei Handschuhen entscheidet der Geschmack

Handschuhe im Schnee

Die wichtigsten Tipps gegen kalte Hände:

  • Luft lassen - zu enge Handschuhe schränken Bewegung und Durchblutung ein.
  • Zwiebelschalenlook: auch bei Handschuhen eine gute Idee. Als unteren Handschuh wählt man einen dünneren, zum Beispiel aus Baumwolle, darüber einen dickeren, wasserabweisenden. 
  • Material: gut gegen Kälte hilft Wolle, die kann aber kratzen und saugt auch schnell Wasser. Lederhandschuhe sind wasserabweisend, aber sind sie einmal nass, bleiben sie es lange. Dafür isolieren sie gut. Lammwolle und Filz sind super gegen Kälte, aber ebenfalls nicht wasserabweisend und schwer zu reinigen. Gut geeignet für die Arbeit draußen sind Handschuhe aus Funktionsstoffen, beispielsweise Fleece, Thinsulate oder Softshell. Wichtig ist eine gut isolierende wasserabweisende Schicht außen. 
  • Fäustlinge: halten am besten warm, aber sie sind leider zum Melken oder Weidezaun reparieren kaum geeignet. Es gibt auch die superwarme Variante aus Fell oder Daunen.
  • Taschenwärmer: können schnell erste Hilfe leisten. Es gibt sie als Einmalartikel, als wiederverwendbare Packs (müssen in einem Topf aufgekocht werden) oder als akkubetriebene Variante.
  • Beheizbare Modelle: gibt es auch bei den Handschuhen. Die einfachste Variante sind Heizpads, die in den Handschuh geschoben werden. Außerdem gibt es komplett beheizte Handschuhe, die haben allerdings ihren Preis. Wer es richtig mollig mag, der greift tiefer in die Tasche und kauft welchem, bei denen nicht nur die Handfläche, sondern auch die Finger beheizt sind.

Die wohl bekanntesten Handschuhe der Saison dürften übrigens die selbstgestrickten Wollhandschuhe im Island-Design sein, die Bernie Sanders beim Amtsantritt von Joe Biden trug. Eine findige Dame hatte dazu übrigens eine tolle Geschäftsidee und verkauft genau solche Handschuhe bei Etsy...

Tipps von den agrarfrauen

Wenn sich jemand auskennt mit praktischen und warmen Handschuhen, dann die agrarfrauen. Daher haben wir sie nach ihren Empfehlungen gefragt:

  • Landwirtin Christine März empfiehlt den Winterhandschuh Eco Polartex, erhältlich beispielsweise im Kerbl-Onlineshop.
  • Irina Primbs schwört auf die bekannten leuchtendgelben Keron Power Grab Thermo. "Sind warm, griffig, teilweise wasserdicht (zumindest im Griff, untertauchen sollte man nicht) und man schwitzt nicht drin", sagt die agrarfrau.
  • Sally Wienke nutzt die Thermo-Arbeitshandschuhe von der Raiffeisen.
  • Gern genutzt werden auch verschiedene Modelle von Engelbert Strauß, wie Marie Benninghoven und Nana Harms berichten.
  • Kim O-h und Nicole Hess nutzen die gefütterten von Spondex.
  • Lisette Verhoef kombiniert Arbeitshandschuhe und drüber blaue von ihrem Mann: "sind größer, sonst passen die nicht über meine Handschuhe). Aber so werden meine Händen nicht nass und bleiben die länger warm. Wenn die blauen Melkhandschuhe nass werden, kann man die abtrocknen", schreibt sie.
  • Auch Mei Tho schwört auf Zwiebelschalenlook: "Entweder Stoffhandschuhe, drüber dünne Arbeitshandschuhe und darüber nochmal Melkhandschuhe, oder Fahrradwinterhandschuhe und ggf darüber Melkhandschuhe. Die Melkhandschuhe in XL passen bei mir gut drüber und halten Wind und Wasser ab."
  • Laura Alena Schmid empfiehlt Modell Trek 500 vom Decathlon-Sportartikelhändler.
  • ... und für die ganz Harten: Annika Hoting melkt bei -10 Grad noch ganz ohne Handschuhe. Ihr Tipp für warme Hände: "Wenn sie zu kalt werden stopfen ich die Hände bei meinem Damen zwischen Oberschenkel und Euter, sind dann schnell wieder warm." 

Kommentar

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