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Umwelt

Frustrierte Wolfsberater: Jetzt soll es Rechtssicherheit geben

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Eva Eckinger, agrarheute
am
11.06.2015

Überlastung, Unklarheiten, wachsender finanzieller Aufwand: Wolfsberater kritisieren zunehmend ihre Arbeitsumstände. Das Umweltministerium Schleswig-Holstein diskutiert nun Verbesserungsmöglichkeiten.

Immer mehr Wolfsberater in Nordrhein-Westfalen und Niedersachen werfen das Handtuch, wie die Interessengemeinschaft "Sichere Weidewirtschaft" berichtet. Zwei sind namentlich bekannt, aber man geht von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus. Die Frustration ist groß, wie ein Wolfsberater dem NDR berichtet.
In Schleswig-Holstein beraten nun Beteiligte von Nutztierhaltern bis hin zum Naturschutz über Verbesserungen des Wolfsmanagements.

Die Frustration ist groß

Der Landwirt Christian Lohmeyer aus Niedersachsen gibt nach acht Monaten sein Amt als Wolfsberater auf. Er sei aus vielerlei Gründen frustriert, wie er dem NDR mitteilt. Die Situation habe sich grundlegend geändert. Mit der Anzahl der beobachteten Tiere wachse auch der finanzielle sowie zeitliche Aufwand. Der Jäger beklagt gegenüber dem NDR, dass er für sein Amt keine Kostenerstattung erhalte und nicht einmal versichert sei. Dafür erfolgen massive Angriffe auf seine Person im Internet.

Keine klaren Anweisungen: Versteckt sich das Ministerium hinter den Beratern?

Auch für den Umgang mit den Tieren gibt es keine klaren Vorgaben, so Lohmeyer. Was ist offiziell zu tun, wenn ein verletzter Wolf aufgefunden wird? Darf er das leidende Tier töten? Immer wieder werde er auch gefragt, was bei einer Begegnung mit dem Wolf zu tun sei. Den Rat des Ministeriums könne er nicht verantworten.
 
"Ich habe das Gefühl, das Ministerium versteckt sich hinter uns Wolfsberatern. Es muss klare Anweisungen geben - und jemanden, der für die Durchsetzung auch geradesteht", so Lohmeyer gegenüber dem NDR.

Runder Tisch zur Verbesserung des Wolfsmanagements

Doch aus Schleswig Holstein kommen Nachrichten, die Hoffnung machen. Ein Runder Tisch unter Leitung des Umweltministeriums soll das Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein inhaltlich ergänzen und so an die neuen Umstände anpassen. Der wachsenden Anzahl an Wölfen muss Rechnung getragen werden, so Umweltminister Robert Habeck. Es soll ein möglichst breiter Grundkonsens gefunden werden.

Schwerpunkte

Den ersten Schwerpunkt der Gesprächsrunde stellen die Fragen der Finanzierung und der Entschädigung, der praktische und rechtliche Umgang mit Ausnahmen vom im Bundesnaturschutzgesetz verankerten Tötungsverbot von Wölfen sowie die Problematik des Gnadenschusses dar. Man arbeite "an rechtssicheren Lösungen, die flächendeckend einen pragmatischen Umgang mit der Situation innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens ermöglichen", so Habeck.

Erste Veränderungen beschlossen

Erste organisatorische Veränderungen wurden bereits vorgestellt. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) soll mit seinen Außenstellen als Anlaufstelle für Betroffene und Interessierte dienen. Darüber hinaus wird es die sogenannten Notfallpakete für Nutztierhalter bereitstellen. Die Wolfsbetreuer in Schleswig-Holstein werden künftig von einem hauptamtlichen Koordinator sowie einem Fachwissenschaftler unterstützt.

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