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Zecken

FSME-Fälle auf Rekordhöhe: Neue Landkreise betroffen

Zeckenbiss
am Freitag, 05.03.2021 - 12:30 (Jetzt kommentieren)

Infektionen mit der von Zecken übertragenen FSME sind 2020 auf Rekordhöhe. Landwirte im Risikogebiet sollten sich impfen lassen.

Die von Zecken übertragbare Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kann eine schwere Gehirnhautentzündung auslösen und ist meldepflichtig. Seit einigen Jahren steigen die Zeckenpopulationen und damit auch die Borreliose- und FSME-Infektionen. Das Robert-Koch-Institut (RKI)meldet für das Jahr 2020 704 FSME-Erkrankungen bei Menschen. Im Vorjahr hatte die Zahl bei 445, im bislang fallstärksten Jahr 2018 bei 583 gelegen, meldet die dpa.

Klima und Corona sind schuld

"Als Ursache für diesen dramatischen Trend können wir zum einen Corona mitverantwortlich machen", sagte Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (München) am Mittwoch der dpa. Denn die dem RKI gemeldeten Zahlen der FSME-Fälle hingen unter anderem auch vom Freizeitverhalten der Menschen ab. Wenn sie sich häufiger im Freien aufhalten, so steige das Risiko.

Aber auch das Klima hat einen großen Einfluss auf die Zahlen. Als Folge der klimatischen Veränderungen suchen bestimmte Zeckenarten nun auch bereits früher nach Wirten, die sie stechen können. Damit steige das Risiko für Menschen, früher im Jahr an Erregern zu erkranken, die durch Zecken übertragen würden, warnte der Leiter der Abteilung für Virologie und Rickettsiologie.
 

Neue Risikogebiete

Fünf weitere Regionen in Deutschland sind zudem als neue Risikogebiete für die von Zecken übertragene Hirnentzündung FSME eingestuft worden - darunter erstmals auch ein Gebiet in Sachsen-Anhalt. Es handelt sich um die Stadt Dessau-Roßlau, wie aus dem aktuellen Epidemiologischen Bulletin des RKI hervorgeht.

Neu hinzugekommen sind außerdem jeweils ein Kreis in Bayern (Dillingen a. d. Donau), Hessen (Fulda), Sachsen (Mittelsachsen) und Thüringen (Weimarer Land). Insgesamt sind demnach nun 169 Kreise als FSME-Risikogebiete definiert.
 

Übersicht der Landkreise mit den meisten FSME-Fällen

Die FSME-Risikogebiete sind auf einer Deutschlandkarte blau markiert, herausgegeben vom Robert Koch Institut

Mit fast 90 Prozent aller Fälle vermeldeten Baden-Württemberg (270) und Bayern (207) die höchste Zahl von FSME-Erkrankungen (Stand September 2020). Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist in Baden-Württemberg deutlicher als in Bayern, berichtet das RKI.

Eine Übersicht mit den besonderen Risikogebieten können Sie hier beim RKI herunterladen (PDF).

Kreise mit besonders hoher FSME-Fallzahl sind in Baden-Württemberg die Landkreise:

  • Calw
  • Freudenstadt
  • Ortenaukreis
  • Ravensburg
  • Reutlingen
  • Rottweil
  • Sigmaringen
  • Zollernalbkreis
  • Stadtkreis Stuttgart

Besondere FSME-Risiko-Landkreise in Bayern sind:

  • Nürnberger Land
  • Traunstein
  • Schwandorf
  • Stadtkreis Nürnberg.

FSME-Impfung in drei Stufen

Der beste Schutz vor einer FSME-Infektion ist die Impfung. In der Regel sind drei Impfungen notwendig, um den vollen Impfschutz zu erreichen. Die zweite Impfung sollte ein bis drei Monate nach der ersten Impfung erfolgen. Die dritte Impfung ist dann - je nach Impfstoff - fünf bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung fällig.

Der Impfschutz hält mindestens drei Jahre. Nach vollständiger Impfung kann bei 99 Prozent der Geimpften mit einem vollständigen Schutz vor FSME gerechnet werden. Bereits nach zwei Impfungen besteht bei 98 Prozent ein Schutz, der allerdings nur etwa ein Jahr anhält.

Mit Material von RKI

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