Login
Dorf und Familie

Fünf Fragen an ... - Antje Krieger

Externer Autor ,
am
08.02.2012

In unserer Reihe "Fünf Fragen an..." stellen wir Ihnen interessante Menschen vor. Heute: Antje Krieger, Marketing und Kommunikation bei Agri Con.

Antje Krieger, verantwortlich für Marketing und Kommunikation bei Agri Con, Jahna
Steckbrief
 
Antje Krieger hat von 1999 bis 2005 Medientechnik an der HTW Mittweida studiert und  parallel dazu seit 2000 als freie Mitarbeiterin bei der Tagespresse gearbeitet. Von 2003 bis 2008 war sie feste freie Mitarbeiterin bei der Döbelner Regionalausgabe der Leipziger Volkszeitung; seit 2008 ist sie verantwortlich für Marketing & Kommunikation beim Precision Farming-Spezialisten Agri Con.

Was können Sie alles 'ausdauernd' betreiben?

Im Beruf: kommunizieren. Meine Aufgabe verstehe ich in erster Linie darin, Landwirte von den Vorteilen einer Investition in Precision Farming zu überzeugen. Das passiert selten von heute auf morgen. Ehe sich ein Betrieb für einen N-Sensor entscheidet, vergehen gut und gern drei Jahre, auch wenn er grundsätzlich davon überzeugt ist. Wichtig ist es, in dieser Zeit regelmäßig, aber mäßig in Kontakt zu bleiben - über Werbung, Veranstaltungen, Neuigkeiten.
 
Mentale Kraft schöpfe ich im Privatleben, beim Laufen und im Garten meiner Großeltern. Sich in der Urform der Fortbewegung im wahrsten Sinne fortzubewegen oder das eigene Gemüse zu säen, zu pflegen und zu ernten, macht den Kopf frei und erdet ungemein.

Marketing und Journalismus - Zwei Gegensätze oder zwei Geschwister?

Halbgeschwister, mit einer Mutter und zwei Vätern. Jeder fühlt sich zuerst seinem Vater verpflichtet, sprich dem Unternehmen beziehungsweise der Redaktion. Die gemeinsame Mutter, nämlich die Kommunikation, macht sie gleichzeitig aber zu Verwandten. Ich habe bisher auf beiden Positionen gearbeitet. Speziell im Marketing war es mir aber immer auch wichtig, mich auf die gemeinsamen Gene zu besinnen. Sprich: Den Journalisten schnellstmöglich bei seinem Anliegen zu unterstützen, Kontakte zu vermitteln und - wenn nötig - intern auch gegenüber dem eigenen Unternehmen zu verteidigen, beziehungsweise die richtigen Worte zu finden, wenn das Halbgeschwister augenscheinlich übers Ziel hinaus geschossen ist. Image und Außenwirkung eines Unternehmens werden vornehmlich durch sein Marketing und seinen Umgang mit der Öffentlichkeit geprägt. Entsprechend groß ist die Verantwortung auf dieser Position.

Moderner Pflanzenbau: Was können uns Pflanzen alles erzählen?

Im modernen Pflanzenbau ist die Pflanze der Meinungsmacher: Sie sagt uns, ob sie Hunger hat, satt ist oder sich von Schädlingen bedroht fühlt und allein auf ihre Bedürfnisse sind die Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen auszurichten. Pflanzen anders herum in ein Korsett aus festgelegten Terminen und Zahlen zu zwängen, ist indes weder zeitgemäß noch biologisch sinnvoll. Wir Menschen tun das bei uns selbst ja auch nicht. Moderner Pflanzenbau ist übrigens auch ein guter Werbeträger für die Landwirtschaft insgesamt. Angesichts der vielen Negativschlagzeilen - Wetterkapriolen, Ernteausfälle, zu hohe Stickstoffeinträge ins Grundwasser, aber auch zunehmender Fachkräftemangel im Agrarbereich - wünsche ich mir hier eine andere Art der Kommunikation. Weg von der Rechtfertigung, hin zu mehr Selbstbewusstsein in der eigenen Darstellung.

Bitte den Satz vollenden: 'Precision Farming heißt ...'

... die Sprache der Pflanzen zu sprechen. Landwirte tun dies seit jeher, aber erst die moderne Technik macht es möglich, "Missverständnisse" so weit wie möglich auszuräumen. Sie ist wie ein Übersetzungsbuch, das uns die Kommunikation erleichtert. Rückblickend werden wir die Einführung von Satelliten- und Sensortechnik in die Landwirtschaft als ähnlich revolutionär einschätzen wie zum Beispiel die Einführung des Pflugs.

Was bedeutet Ihnen die Region Mittelsachsen und speziell das Muldental?

Das Muldental in Sachsen ist meine Heimat. Hier bin ich geboren und aufgewachsen und so gerne ich verreise, dauerhaft wohl fühle ich mich nur zuhause. Als Urlaubsregion für einen Kurztrip ist das Muldental leider noch zu wenig bekannt. Dabei kann man hier äußerst gut wandern - zu Wasser oder zu Fuß -, Rad fahren oder beim Sightseeing die vielen Burgen und Klöster besuchen. Und wer ohne die Großstadt nicht kann: Dresden und Leipzig sind nicht weit weg.    
Auch interessant