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Politik national

Fünf Fragen an ... - Dr. Robert Habeck

von , am
04.01.2013

In unserer Serie "Fünf Fragen an..." stellen wir Ihnen interessante Persönlichkeiten aus der Landwirtschaft vor. Heute: Dr. Robert Habeck, der amtierende Agrarminister Schleswig-Holsteins.

Dr. Robert Habeck ist seit Juni 2012 Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume Schleswig-Holsteins. © Bündnis 90/Grüne Schleswig-Holstein
Dr. Robert Habeck ist in Lübeck geboren, bei Kiel aufgewachsen und lebt jetzt in Flensburg. Er ist 43 Jahre alt, Schriftsteller und hat vier Söhne. Von 2004 bis 2009 war er Landesvorsitzender für Bündnis 90/Die Grünen, von 2009 bis 2012 Fraktionsvorsitzender der Grünen-Landtagsfraktion. Seit dem 12.06.2012 ist er stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein.
 

1. Wie ist Ihre Version der Landwirtschaft der Zukunft?

Die Landwirtschaft hat mit widersprüchlichen Erwartungen der Verbraucher zu kämpfen. Einerseits soll alles möglichst billig sein, andererseits gibt es ein wachsendes Bedürfnis nach Qualität, regionalen Produkten, tiergerechter Haltung und ökologischen Lebensmitteln. Meine Vision ist eindeutig letzteres. Allerdings bin ich nicht naiv und Landwirtschaft ist auch Wirtschaft und wird durch Weltmarktpreise beeinflusst. Dennoch hoffe ich, deutliche Akzente setzen zu können.
 

2. Was verbindet Sie mit Schleswig-Holstein?

Es ist mein Land. Komischerweise ist mir das erst klar geworden, als ich in Süddeutschland und Dänemark studiert habe. Aber so ist es ja wohl häufig, dass einem erst klar wird, was etwas bedeutet, wenn man es nicht mehr hat. Jetzt, als Minister für Umwelt, Landwirtschaft, Küstenschutz, Nationalpark, Wälder, Gewässer, Moore entdecke ich die Landschaft Schleswig-Holsteins noch einmal intensiver. Ich hab ein echtes Draußenministerium und kann mich jeden Tag neu in mein Land verlieben.
 

3. Was verstehen Sie unter linkem Patriotismus?

Ich habe den Begriff "linker Patriotismus" für ein Buch verwandt, das ich 2008 geschrieben habe. Ich glaube, dass eine positive Zuwendung zur Gesellschaft die Bedingung für Veränderungen ist. Wenn es kein "Wir" gibt, keine Solidarität, warum soll ich dann Einschränkungen akzeptieren, höher Steuern zahlen oder als Landwirt Prämienzahlungen an ökologische Kriterien knüpfen? Und ich glaube auch, dass, dass die Verbundenheit mit einer Gegend ein starkes Motiv für dieses Wir-sagen ist. Das hat nichts mit Nationalstaaten zu tun und schon gar nicht mit politischer Verhaltensstarre. Auf eine gewisse Art versuche ich jetzt politisch umzusetzen, was ich mir damals ausgedacht habe.
 

4. Bitte den Satz vollenden: "Landwirtschafts-, Energie- und Umweltpolitik zu verbinden, ist….

… die Aufgabe, die über das Antlitz Schleswig-Holsteins entscheidet. Das Gelingen des einen setzt das Gelingen des anderen voraus."
 

5. Wo zieht es Sie im Urlaub hin und was ist Ihre Lieblingssportart?

Im Alltag ist das Leben mit dem Wetter im Norden identitätsstiftend. Im Urlaub kann es gern etwas stabiler sonnig sein. Mit den vier Jungs ist es am besten, etwas Aktives zu machen. Zu den schönsten Urlauben der letzten Jahre gehören eine Wanderung durch das Appenin östlich von Rom und Wellenreiten beziehungsweise Windsurfing.
 
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