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Dorf und Familie

Fünf Fragen an ... - Henk Eggink

Angelika Sontheimer
am
16.04.2012

In unserer Reihe "Fünf Fragen an ..." stellen wir Ihnen interessante Menschen vor. Heute: Henk Eggink, Geschäftsführer der ForFarmers GmbH.

Henk Eggink, Geschäftsführer der ForFarmers GmbH. © Werkbild
Steckbrief
 
Henk Eggink ist 1961 in Laren (Holland) geboren. Er hat Betriebswirtschaft und Agrarbusiness an der CAH in Dronten studiert. Im Jahr 1987 begann seine berufliche Laufbahn für ForFarmers (damals ABC in Lochem). Er fing als Außendienstmitarbeiter im Schweinebereich an, war anschließend Spezialist Betriebsentwicklung und danach Verkaufsleiter im Rinderbereich in Holland. Seit 2007 ist er bei der ForFarmers GmbH in Deutschland und dort seit Anfang 2011 Geschäftsführer. Innerhalb der ForFarmers GmbH ist er verantwortlich für ForFarmers Bela in Vechta-Langförden, ForFarmers Hamburg und ForFarmers BM in Rapshagen in den neuen Bundesländern.

Als Niederländer in Deutschland arbeiten, ein Firmenzukauf (BOCM) in Großbritannien: Fühlen Sie sich als Europäer?

Ich fühle mich absolut als Europäer. Wir sehen auch in der Mischfutterindustrie immer mehr einen europäischen Markt entstehen. ForFarmers hat dies schon früh erkannt und sich auf seine Kernaktivitäten Mischfutter und Handelsartikel im Agrarbereich konzentriert. Alle Nicht-Kernaktivitäten sind veräußert, um Kapital für Übernahmen im Nord-West europäischen Markt frei zu machen. Das ist auch exakt der Markt in dem der Mischfutterbedarf hoch ist. Die größte Herausforderung für mich persönlich ist es immer, den Markt und den Kunden in das Zentrum meiner Arbeit zu stellen, egal in welchem Land. Der Ansatz von ForFarmers ist es, einen Beitrag an dem Resultat des Landwirtes zu leisten. Dies geschieht natürlich durch gute Produkte und Konzepte aber auch wesentlich durch ausführliche Beratung.

Der Futtermitteleinkauf muss sich zukünftig noch mehr mit volatilen Preisen befassen, die Margen werden schmaler. Wie sehen Sie Lösungen, wie man Qualitätskonzepte halten und ausbauen kann?

Letztendlich müssen die Ziele vom Landwirt erreicht werden. Qualitätskonzepte werden in Zukunft sehr differenziert gegeben. In Abstimmung mit den Retail-Kunden und der Ernährungsindustrie werden mehr verschiedene Qualitätsprogramme entwickelt. Wir müssen die Aufforderungen des Marktes erfüllen, allerdings muss der Markt den entsprechenden "Mehrwert" zahlen. Ohne etwas mehr Rendite pro Kilo Fleisch oder pro Liter Milch werden Prozesse vielleicht nachhaltig produziert aber ohne ökonomische Nachhaltigkeit wird es nicht lange halten können. Unser Ziel ist es, nach ökonomischer Nachhaltigkeit zu streben. Schmalere Margen können wir in der Mischfutterherstellung nur durch eine Strategie wie "Operationel Excellence" meistern, das heißt, alle Prozesse so effizient als möglich beherrschen, um in jedem Prozess Kostenminimierung zu realisieren. Dies müssen wir umsetzen, um für den Kunden eine maximale Rendite zu erwirtschaften. Dazu gehört eine gewisse Größe. Wir müssen immer mehr für eine geringere Marge leisten, das ist für uns eine Herausforderung.

'Innerhalb der gesetzten Anforderungen variieren' ist einer Ihrer Merksätze. Was bedeutet das?

Als Beispiel nehme ich hier unser "Eber-Konzept". Dieses Konzept ist auf den geringeren Fettansatz und geringere Futteraufnahmen von Jungebern abgestimmt. Die Futterverwertung ist zehn bis 15 Prozent besser. Die Proteinversorgung ist in diesem Konzept von zentraler Bedeutung. Das Energie-Lysin Verhältnis muss bis zum Mastende enger sein als gewohnt, um einen optimalen Fleischansatz zu erreichen. In diesem Konzept stehen nicht die einzelnen Futtersorten, sondern das gesamte Konzept von der Anfangs- bis zur Endmast im Mittelpunkt. Ein solches Konzept gibt es auch für die dänische Genetik.

Bitte den Satz vollenden: Futtermittelverkauf bedeutet ...

... das beste Preis Leistungs-Verhältnis zu bieten und damit die Ziele der Kunden zu erreichen. Es müssen qualitativ hochwertige Produkte, maximale Effizienz und das notwendige Know How geboten werden.

Was fällt Ihnen alles zum deutschen Sprichwort 'Die Kuh vom Eis holen' ein?

Wir definieren immer wieder herausfordernde Ziele. Unser Ziel ist es, der führende Futtermittelhersteller in Europa zu sein. Nach den Übernahmen von Hendrix und BOCM Pauls ist ein Teil davon erreicht. Der Beste zu werden und zu bleiben ist dann wieder die nächste Herausforderung. "Die Kuh vom Eis holen" können wir nur, wenn jeder Mitarbeiter von den definierten Zielen und seinem Einfluss auf diese Teamarbeit, komplett unabhängig in welcher Position er tätig ist, überzeugt ist. Verbesserungskonzepte können nur realisiert werden, wenn Änderungen im Arbeitsumfeld durch die Menschen, als wichtigstem Faktor, getragen werden. Mit der Übernahme von Hendrix haben wir definiert, dass wir die Integration "Best of both" nutzen. Wir sagen also nicht, Hendrix schließt sich bei ForFarmers an, nein, wir überlegen gemeinsam, welche Methode am meisten Erfolg bringen kann. Wichtig hierbei ist, das Personal über verschiedene Projektgruppen in diese Prozesse einzubinden, nur dann werden die Maßnahmen auch akzeptiert und getragen. 
 
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