Login
Dorf und Familie

Fünf Fragen an ... - Joachim Prahst

Angelika Sontheimer
am
13.03.2012

In unserer Reihe "Fünf Fragen an..." stellen wir Ihnen interessante Menschen vor. Heute: Joachim Prahst, Pressesprecher des Genossenschaftsverbands in Neu-Isenburg.

Steckbrief
 
Joachim Prahst ist 60 Jahre alt und stammt aus Hamburg. Nach seiner Ausbildung zum Steuerinspektor und Studium wechselte er vor rund 30 Jahren in die freie Wirtschaft. Seither ist er Pressesprecher und Chefredakteur beim inzwischen größten regionalen Genossenschaftsverband mit einem Geschäftsgebiet über 13 Bundesländer. Seine beruflichen Tätigkeiten führten ihn jeweils circa zehn Jahre nach Hamburg, Kiel und Hannover, seit zwei Jahren ist er nun in Frankfurt tätig.

Was bedeutet Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Sie?

Diese Arbeit ist für mich Berufung. Ich hatte nach meinem damaligen Wechsel vom Steuerinspektor zum Pressechef nach einer Herausforderung gesucht, die mich ständig aufs Neue fordert. Dieser Wunsch wurde durch meinen beruflichen Werdegang voll erfüllt. Ich kann heute die großartigen genossenschaftlichen Ideen einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. Und es gibt sicher kaum etwas Tragfähigeres, als die wunderbare Kooperation vieler mit dem Ziel, die Beteiligten in ihrem Unternehmertum zu fördern. Dabei ist das Ganze ja auch immer ein sehr demokratisches Miteinander.

Was fällt Ihnen zum Stichwort Ehrenamt ein?

Die genossenschaftliche Kooperation ist ja auch zu einem großen Teil auf ehrenamtlichem Engagement aufgebaut. Ehrenamt ist das Schmierfett für alle Organisationen mit gesellschaftlichem Anspruch - es ist in Vereinen, Schulen und ganz allgemein in der Gesellschaft ein ständiger Motor. Ich selbst bin seit rund 20 Jahren im Vorstand der Agrarjournalisten in der Landesgruppe Nord - natürlich ehrenamtlich. In meiner damals noch sportlichen Zeit war ich einige Jahrzehnte auch Mannschaftsführer beim Tennis oder Fußball.

Nähe und Distanz: Wie kann man es schaffen, effektiv und zentralisiert zu arbeiten und doch 'vor Ort' zu sein?

Nähe und Distanz sind das Problem unserer Zeit. Als Genossenschaftsverband haben wir seinerzeit in Hamburg angefangen - da war alles nah. Dann kamen von Zeit zu Zeit infolge von Fusionen weitere Regionen hinzu - heute sind es 13 Bundesländer. Da muss man Erreichbarkeit anders definieren und anders organisieren. Ein Teil geht über technische Errungenschaften wie Mail oder Videokonferenz. Das Gespräch vor Ort darf dabei aber nie zu kurz kommen. Auch die Familie nicht, die 400 Kilometer entfernt wohnt und sich am Wochenende dann auf den Papa einstellen darf. Nicht leicht - aber was ist schon leicht?

Bitte den Satz vollenden: Der Genossenschaftsgedanke ist ...

... eine wunderbare Möglichkeit, die es kleineren oder auch größeren Unternehmen erlaubt, sich mit wirtschaftlich Gleichgesinnten zu organisieren, ohne dabei die wirtschaftliche Selbständigkeit als Unternehmen aufzugeben. Dabei ist diese Rechtsform seit Jahrzehnten die insolvenzresistenteste überhaupt, weil der Prüfungsverband die Genossenschaft auf Herz und Nieren prüft.

Was halten Sie von 'runden Sachen'?

Ich habe lange Jahre Fußball und Tennis gespielt und bin seit einiger Zeit auf Golf umgestiegen. Es ist einfach schön, so lange Sportsgeist, Fitness und Erlebnisse miteinander geteilt zu haben. Ich hoffe sehr, dass ich noch einige "runde" Ereignisse feiern kann - an mir soll`s nicht liegen.    

Video "Junglandwirtetag 2012: Mit Maisstärke zum Großunternehmer"

Auch interessant