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Dorf und Familie

Fünf Fragen an... - Parvin Hemmecke-Otte

Angelika Sontheimer
am
19.11.2012

In unserer Serie "Fünf Fragen an..." stellen wir Ihnen interessante Persönlichkeiten aus der Landwirtschaft vor. Heute: Parvin Hemmecke-Otte, gebürtige Iranerin und "Landfrau des Jahres" 2012.

Parvin Hemmecke-Otte ist gebürtige Iranerin und lebt seit 1980 in Deutschland. Während ihres Studiums der Internationalen Agrarwirtschaft in Kassel lernte sie ihren späteren Ehemann kennen. Mit ihm bewirtschaftet sie einen landwirtschaftlichen Betrieb bei Braunschweig. Bis vor einigen Jahren bewirtschaftete sie auch noch eine Pistazienplantage im Iran, diese hat sie aber inzwischen verpachtet. Parvin Hemmecke-Otte ist seit elf Jahren Vorsitzende des Landfrauen-Kreisverbandes im Altkreis Braunschweig und wurde 2012 auf dem Landfrauentag in Oldenburg zur "Landfrau des Jahres" gewählt.

Wie fühlt man sich als „Landfrau des Jahres“?

Die Auszeichnung betrachte ich als eine große Ehre. Sie zeigt mir, dass ich auch durch mein Engagement bei den Landfrauen in der Gesellschaft angekommen bin. Die Wahl ist Ansporn, mich weiterhin auf mehreren gesellschaftlichen Ebenen zu engagieren.

Leben zwischen zwei Kulturen: Wie sieht das ganz privat bei Ihnen aus?

Ich habe meinen Lebensmittelpunkt eindeutig hier in Deutschland. Hier bin ich zu Hause, fühle mich aber auch meinen iranischen Wurzeln stark verbunden. Wir feiern Festtage wie Weihnachten genauso wie das iranische Neujahrsfest "Nouruz". Um die Kultur meines Heimatlandes den Deutschen näher zu bringen, halte ich zum Beispiel Vorträge bei Landfrauenvereinen. In diesem Jahr habe ich mit einer Gruppe niedersächsischer Landfrauen eine Kulturreise in den Iran unternommen.

Getreide, Tannenbäume und Pistazien: Welche landwirtschaftliche Kultur liegt Ihnen am nächsten?

Die Weihnachtsbäume haben hier den höchsten Stellenwert für mich. Die Gespräche mit den vielen, zum Teil langjährigen Kunden sind oft interessant und haben schon zu etlichen neuen Bekanntschaften geführt. Mit dem Pistazienanbau bin ich zwar auf meinem elterlichen Betrieb groß geworden, aktuell spielt er jedoch keine wesentliche Rolle für mich.

Bitte den Satz vollenden: „Landfrauenarbeit bedeutet für mich…

...ein Stück Heimat, in der ich mich wohl fühle."

Sie kochen ja gern: Verraten Sie unseren Lesern Ihr Lieblingsgericht?

Mein persisches Lieblingsgericht ist "Schirin-Polou", ein Reisgericht mit Hühnchen, Mandeln, Pistazien, Orangenschalen, Berberitzen und Safran. Als deutsches Essen liebe ich Rinderrouladen mit Stangenspargel und Kartoffeln, eine Kombination, die ich in der Familie meines Mannes kennengelernt habe.   
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