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Dorf und Familie

Fünf Fragen an ... - Ralf Stephan

Angelika Sontheimer
am
14.04.2011

Hannover - In "Fünf Fragen an ..." stellen wir Ihnen herausragende Persönlichkeiten vor. Diese Woche: Ralf Stephan, Chefredakteur der Land & Forst.

Steckbrief
 
Ralf Stephan ist seit dem 1. Mai 2010 Chefredakteur der LAND & Forst, dem landwirtschaftlichen Wochenblatt für Niedersachsen. Der 51-Jährige begann seine redaktionelle Laufbahn nach dem Studium der Journalistik und Außenpolitik an der Universität Leipzig bei einer Tageszeitung in seiner Geburtsstadt Frankfurt/Oder. Das Landwirtschaftsressort hatte nicht gerade ganz oben auf seiner Wunschliste gestanden, denn sein Traumjob war der eines Auslandskorrespondenten. Aus der Liebe auf den zweiten Blick wurde jedoch eine dauerhafte Beziehung.
 
1988 fing er bei der Bauernzeitung in Berlin an. Später wurde er für über elf Jahre ihr Chefredakteur, bevor er Anfang 2008 zum dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag kam. Dort verband er den Journalismus mit seiner zweiten großen Passion und leitete zunächst eine Jagdzeitschrift, bevor er für die LAND & Forst von der Spree an die Leine zog. Ralf Stephan ist in zweiter Ehe mit einer Agrarjournalistin verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Schreiben Sie auch im Privatleben gerne? Bekommen Ihre Freunde noch handgeschriebene Briefe, E-Mails oder lieber SMS?

Ich schreibe wieder mehr, seit ich über E-Mails oder SMS fast alle mir wichtigen Menschen erreichen kann. Seit kurzem nutze ich sogar Facebook, das mir lange suspekt war. Aber als ich mich mal bei meiner Tochter darüber beklagte, von ihr nur selten etwas zu erfahren, konterte sie: "Wärst Du bei Facebook, dann wüsstest Du über alles Bescheid." Jetzt bin ich über ihre Pläne und ihre Freunde auf dem Laufenden. Von Hand habe ich noch nie gern geschrieben, weil ich ein Satz-Bastler bin. Ich feile, stelle um, streiche - die Erfindung des Computers hat mein Leben spürbar erleichtert.

Was lesen Sie zur Entspannung?

Mit Genuss jede Woche die Allgemeine Sonntagszeitung wegen des erstklassigen Journalismus. Leider zu selten ein gutes Buch. Als Brandenburger liebe ich natürlich Erwin Strittmatter, der in seinen Werken den einfachen Menschen auf dem Lande ein Denkmal setzte. Zuletzt stieß ich, wenn auch spät, auf den Norddeutschen Siegfried Lenz und Sten Nadolnys "Die Entdeckung der Langsamkeit" müsste heutzutage eigentlich Pflichtlektüre sein. Bei den Neuerscheinungen lasse ich mich von meinem Sohn beraten. Der hat schließlich Germanistik studiert und selbst einen Roman veröffentlicht.

Wo kommen Ihnen die besten Gedanken für den nächsten Kommentar oder den nächsten Beitrag?

Dafür gibt es keinen festen Ort. Gute Ideen entstehen beim Zuhören, wenn zum Beispiel in Diskussionen ein Problem aufgeworfen wird. Wenn mir kein prickelndes Kommentar-Thema einfällt, dann weiß ich, dass ich zu lange am Schreibtisch gesessen habe und raus ins Leben muss.

Bitte vervollständigen Sie den Satz: Ein guter (Agrar)journalist muss ...

... vor allem gut zuhören können und die richtigen Fragen stellen. Etwas nicht zu wissen, ist keine Schande, dann nicht zu recherchieren schon.

Was empfehlen Sie jungen Menschen, die eine journalistische Laufbahn einschlagen wollen?

Sie sollten wissen, dass sie sich für einen sehr spannenden, aber auch fordernden Beruf entscheiden, der sich durch die neuen Medien gerade massiv verändert. Doch wer seine Leserinnen und Leser ernst nimmt, sich mit der ersten besten Wahrheit nicht zufrieden gibt, sondern immer schön neugierig bleibt, wird Erfolg und Freude haben.    

Neugierig geworden, in welchem dlv-Medium Ralf Stephan Chefredakteur ist? Dann kommen Sie doch einfach vorbei. zur Land & Forst ...
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