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Scheu verloren

Für Fotos: Bissiger Wolf in Polen vermutlich angefüttert

Wolf im Zoo
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Eva Eckinger, agrarheute
am
16.07.2018

Ende Juni hat ein Wolf in Polen zwei Kinder und eine Frau angefallen. Vermutlich wurde das Raubtier extra für Touristen angelockt. Niedersachsen möchte nun das Anfüttern von Wölfen verbieten.

Ende Juni hat ein Wolf im Karpatenvorland in Polen mitten in einem Dorf zwei Kinder und eine Frau gebissen. agrarheute berichtete. Wie die polnische Wolfsforscherin Dr. Sabina Nowak vermutet, wurde das Raubtier sehr wahrscheinlich für Foto-Touristen angefüttert. Denn in der Nähe des Angriffsortes befinde sich eine Stelle, an der Wölfe mit Ködern gelockt werden.

In Niedersachsen wurde gleichzeitig beschlossen, das Füttern von wildlebenden Wölfen künftig mit einem Bußgeld zu bestrafen.

Wolf: Teure Foto-Safaris auf Wildtiere

Der betreffende Wolf in Polen habe sich vor den Zwischenfällen wochenlang in der Gegend bewegt und keinerlei Scheu vor dem Menschen gezeigt, berichtete Dr. Nowak laut "Südwest Presse Online". Sie kritisierte, dass in der Region inzwischen ein Geschäft mit den Raubtieren betrieben werde. Man könne dort auf Foto-Safaris gehen. Fotografen zahlten mehrere tausend Euro dafür, so Nowak.

Wolf verliert Scheu vor Menschen

Der Wolf verliere durch diese Anfütterung seine natürliche Scheu vor Menschen. Zivilisation bedeute vielmehr "Belohnung", Fleisch, Futter. Laut Dr. Nowak sei der Zwischenfall Ende Juni der erste Angriff eines Wolfes in Polen in der Nachkriegszeit gewesen.

In der betreffenden Region im Südosten Polens häufen sich die Meldungen, dass Wölfe auch bei Tageslicht nahe an Siedlungen herankommen, berichtet die Südwest Presse Online. Anwohner hätten nun bereits Fallen und vergiftete Köder ausgelegt.

Niedersachsen verbietet das Anfüttern von Wölfen

Gleichzeitig werden in Deutschland erste Maßnahmen gegen Anfütterung ergriffen. Das Land Niedersachsen will das Füttern von wildlebenden Wölfen künftig mit einem Bußgeld bestrafen. Das Anlocken mit Futter solle unter Strafe gestellt und so unterbunden werden, sagt die Sprecherin des Umweltministerium Lotta Cordes.

"Wir wollen sicherstellen, dass der Wolf seine Scheu vor dem Menschen behält", sagte Cordes am Freitag in Hannover. Ein entsprechender Entwurf soll noch in diesem Jahr zur Abstimmung an andere Ressorts gehen.

Als konkreten Anlass bezeichnete das Ministerium die Tötung des Wolfes "Kurti" 2016. Hier ging man davon aus, dass das Tier als Welpe durch Anfüttern an den Menschen gewöhnt wurde.

Mit Material von Südwest Presse Online, jagderleben.de

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