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Wirtschaft

Fürs erste kein deutsches Rindfleisch nach Russland

Hermann Krauß, agrarheute ,
am
04.02.2015

Auf der Grüne Woche hatte man sich noch angenähert, nun ist die Euphorie wieder eingebremst. Der Importstopp deutscher Rindfleischabschnitte nach Russland wird wohl vorerst nicht aufgehoben werden.

Im Rahmen der Grünen Woche hat Staatssekretär Dr. Robert Kloos Gespräche mit dem Chef der russischen Veterinärbehörde, Sergej Dankwert, geführt. "Dabei signalisierte die russische Seite Bereitschaft, die Import-Sperren für Milch und Rindfleisch(abschnitten) unter bestimmten Bedingungen aufzuheben, sobald die gesamtpolitische Lage geklärt sei", sagt eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministerims auf Anfrage von agrarheute.com.
 
Zur Vorbereitung auf diese Situation sollte es Inspektionen durch russische Veterinärbehörden geben. "Eine Inspektionsreise kann von deutscher Seite aus Ende März erfolgen, es wurden der russischen Seite dazu Betriebe vorgeschlagen. Die russische Seite hat einen entsprechenden Termin sowie die Liste der vorgeschlagenen Betriebe bisher nicht bestätigt", heißt es von Seiten des Miniteriums weiter. Diese leichte Annäherung ist wohl durch die Aussagen des russischen Chef-Veterinärs Denkwert erstmal wieder vorbei.

Brüssel akzeptiert nur Lösung für die ganze EU

Denkwart hatte zu Beginn der Woche erklärt, die in Aussicht gestellte bilaterale Öffnung des russischen Marktes für Schweinefleisch aus einigen EU-Mitgliedsstaaten sei gestoppt. Russland reagiert damit nach Angaben Denkwarts auf eine Ankündigung der EU-Kommission, nach der die EU nur eine gemeinsame Lösung akzeptiert. Der Öffnung des Marktes für lediglich einzelne EU-Mitgliedstaaten wurde auf dem EU-Agrarrat in Brüssel eine Absage erteilt. Wenn die Europäische Union nicht wolle, dann werde sich Russland nicht aufdrängen, betonte jetzt Dankwert.
Die Wiederaufnahme von Exporten von Rindfleischabschnitten und -nebenerzeugnissen war zentrales Thema bilateraler Gespräche auf der Grünen Woche. Wie der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) Ende Januar meldete, war von deutscher Seite eine Übereinkunft mit der russischen Veterinärbehörde Rosselchosnadsor nach dem Vorbild der Vereinbarungen Russlands mit Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und Italien geplant. Diese Länder wurden zu Jahresbeginn wieder für die Lieferung von Rindfleischabschnitten und -nebenprodukten nach Russland zugelassen. Allerdings erhielten die Exportzulassung nur einzelne Betriebe nach Inspektion durch den russischen Veterinärdienst. Belgien konnte in der dritten Januarwoche ebenfalls eine solche Vereinbarung mit Russland unterzeichnen.
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