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Wirtschaft

Futtermittelbranche sucht nach günstigen Rohstoffquellen

Externer Autor ,
am
28.09.2010

Bonn - Angesichts der stark angestiegenen Futterkosten in der Tierhaltung sucht die Futtermittelbranche nach Wegen, zusätzliche Rohstoffquellen zu erschließen; dies sind im Wesentlichen Drittlandsimporte von Futtergetreide.

Darauf hat der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) auf seiner Jahrestagung in Dresden hingewiesen. Die aktuell sehr angespannte Situation an den Getreidemärkten schlage stark auf die Futtermittelpreise und die Futterkosten durch, erklärte der DVT. Wie ein Blick auf die aktuellen Notierungen zeige, sei von der Rohstoffseite her ein Anstieg um mehr als ein Drittel bereits vorgezeichnet.

Der DVT begrüßte in diesem Zusammenhang die Ankündigung der EU-Kommission, die Binnenmarktausschreibung für Gerste aus der Intervention auf den Weg zu bringen; die Märkte seien für diese Ware absolut aufnahmefähig. Nach Angaben des Verbandes umfasste der deutsche Markt für Nutztierfutter im Wirtschaftsjahr 2009/10 rund 5,9 Milliarden Euro, davon etwa 5,1 Milliarden Euro im Bereich Mischfutter und 0,8 Milliarden Euro für Verkäufe von Einzelfutter an die Landwirtschaft.

Anstieg der Umsätze erwartet 

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2010/11 rechnet der Verband mit einem deutlichen Anstieg der Umsätze, der durch die Preisentwicklung an den Getreide- und Futtermittelmärkten vorgegeben sei. Außerdem geht der DVT von einem Absatzzuwachs aus. Bessere Rahmenbedingungen für die Milcherzeugung, die Konsolidierung im Legehennensektor sowie die vom Markt her stabilen Perspektiven für die Schweine- und Geflügelfleischproduktion ließen eine höhere Nachfrage erwarten.

Produktion in Deutschland stabil

Das Mengengerüst im Futtermittelbereich zeigte sich laut Darstellung des DVT im Wirtschaftsjahr 2009/10 unerwartet stabil. Die Mischfutterproduktion in Deutschland bewegte sich mit insgesamt 21,14 Millionen Tonnen - trotz Nachwirkungen der Wirtschaftskrise und Problemen in den Veredlungsmärkten - in der gleichen Größenordnung wie ein Jahr zuvor und dürfte ersten Berechnungen zufolge mit einem Plus von 0,2 Prozent sogar leicht darüber liegen.

Branchenabsatz über langjährigem Mittel 

Der Branchenabsatz bleibt damit über dem langjährigen Mittel, das bei rund 20,5 Millionen Tonnen liegt. Im Wirtschaftsjahr 2009/10 wurde dem DVT zufolge vor allem die Herstellung für Mastgeflügelfutter erkennbar ausgebaut. Hier gab es gegenüber dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr einen Zuwachs von 3,9 Prozent. Dieser Sortenbereich hat - genauso wie die leichte Produktionsausweitung bei Schweinemischfutter um 0,3 Prozent - für das insgesamt positive Produktionsergebnis gesorgt.

Weniger Rindermischfutter abgesetzt 

Andere Mischfuttersorten konnten hingegen den Mengenrückgang des Vorjahres nicht kompensieren und fielen weiter ab. So wurde beispielsweise aufgrund der problematischen Lage der milchviehhaltenden Betriebe abermals weniger Rindermischfutter abgesetzt; gegenüber dem Vorjahr wurde ein Minus von 2,1 Prozent verzeichnet. Die Produktion von Legehennenmischfutter hatte wegen des Verbots der Käfighaltung schon in den Vorjahren einen Negativtrend erfahren und sank im Berichtsjahr um weitere 1,8 Prozent. Die Abnahmerate in diesem Sortenbereich geht laut DVT jedoch absehbar zurück, so dass die Branche auf eine Marktkonsolidierung beziehungsweise Trendumkehr in den nächsten Jahren hofft. (AgE)

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