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Politik international

G20-Agrargipfel: Mehr Transparenz für die Agrarmärkte

von , am
22.06.2011

Paris - In der französischen Hauptstadt beraten heute und morgen die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 größten Industrie- und Schwellenländer über Strategien zur Vermeidung künftiger Weltwirtschaftskrisen.

Funktionierende Agrarmärkte liegen im Interesse aller Marktakteure © Mühlhausen/landpixel
Bei dem Gipfeltreffen in Paris geht es um die Ungleichgewichte unter den Wirtschaftsmächten, das Weltwährungssystem und die Preisexplosion bei Rohstoffen und Lebensmitteln. Auf der Tagesordnung stehen Beratungen zu Turbulenzen und Volatilität an den internationalen Agrarmärkten und deren Auswirkungen auf Welternährung und Landwirtschaft.
Während der Diskussionen werden sich die Agrarminister daher auf folgende Aspekte konzentrieren:
  • Verbesserung der Marktinformationen und der Transparenz über Lagerbestände
  • Verstärkte Koordination auf den internationalen Agrarmärkten
  • Weiterentwicklung der Agrarproduktion, um die steigende Nachfrage nach Lebensmitteln zu erfüllen
  • Begrenzung der Exporteinschränkungen
  • Entwicklung von Instrumenten zum Risikomanagement

Bayerischer Bauernverband: Transparenz dient allen

Der Bayerische Bauernverband (BBV) sieht in der Landwirtschaft die Schlüsselposition für das Meistern der globalen Herausforderungen. Eine zentrale Botschaft des G20-Treffens solle daher eine Aufforderung an entwickelte Länder sowie an Entwicklungsländer sein, die Landwirtschaft zu stärken. Das sei die Basis für eine gesicherte Lebensmittelversorgung bei der wachsenden Weltbevölkerung.  
Funktionierende Agrarmärkte lägen im Interesse aller Marktakteure. Außerdem hätten sie eine große Bedeutung für eine gesicherte globale Nahrungsmittelversorgung. Deshalb fordert der BBV, mit dem Ausbau der Transparenz Manipulationsversuchen im Agrarmarkt einen Riegel vorzuschieben. Dazu zählt auch der Einblick in Lagerbestände, Erzeugung und Verbrauch weltweit.

Erste Gerüchte über Abschlusserklärung

Presseberichten zufolge ist die Abschlusserklärung des G20-Agrargipfels schon durchgesickert. So soll die Regulierung der Warenterminbörsen und des Derivatehandels allein den Finanzministern der G20 überlassen werden. Diese hatten schon im April erklärt, dass sie den Empfehlungen der internationalen Börsenaufsichten folgen und exzessive Spekulationen mit Agrarrohstoffen eindämmen wollen.
 
Kritiker fordern aber, dass hier auch die Agrarexperten ein Mitspracherecht haben sollten. Laut OECD und FAO bleiben die Preise für Agrarrohstoffe auch im kommenden Jahrzehnt noch extrem hoch und schwanken stark. Die Volatilität auf den weltweiten Rohstoffmärkten und deren Auswirkung auf die Ernährungssituation in Entwicklungsländern seien eine der bedeutendsten Themen unserer Zeit, heißt es in deren Bericht.
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