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Politik EU

GAP: Deutsche und französische Bauern ziehen an einem Strang

von , am
30.07.2014

Der deutsche und der französische Bauernverband sind sich in vielem einig: Der Freihandel mit den USA braucht Tarifquoten bei Fleisch und Zucker. In punkto Nitratrichtlinie pochen beide auf eine praxisnahe Umsetzung.

Der Finanzrahmen für die GAP bis 2020 konnte zwar weitgehend gesichert werden, die jüngste GAP-Reform werde jedoch den Landwirten viel abverlangen. Das stellten der Präsident des Französischen Bauernverbandes (FNSEA), Xavier Beulin, und der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied in einem gemeinsamen Treffen fest.
 
Kritisiert wurden insbesondere der enorme bürokratische Aufwand und die unterschiedliche Umsetzung innerhalb der EU. FNSEA und DBV streben für die Fortentwicklung der GAP einfachere und vor allem einheitlichere Lösungen an.

Nitratrichtlinie: Praxisgerechte Düngung

Einen intensiven Austausch zwischen FNSEA und DBV gab es auch zu aktuellen Umweltthemen. Die nationale Umsetzung der Nitratrichtlinie ist sowohl in Deutschland als auch in Frankreich aktuell ein wichtiger Diskussionspunkt. Die EU-Kommission verlangt von beiden Ländern eine Verschärfung der Regelungen zur Düngung. FNSEA und DBV befürchten, dass Verschärfungen insbesondere kleine und mittlere bäuerliche Betriebe in beiden Ländern hart treffen werden. Es wurde vereinbart, gemeinsam gegenüber der Europäischen Kommission für praxisgerechte Regelungen bei der Düngung einzutreten.7

Milch: Keine mengenmäßigen Markteingriffe

In der Milchpolitik beharrt die FNSEA darauf, dass bei Änderungen der Quotenregelung in deren letzten Jahr 2014/15, etwa in Form einer Aussetzung der Superabgabe oder einer Anpassung der Fettkorrektur, gleichzeitig über langfristige Kriseninstrumente gesprochen werden müsste.
 
Einig sind sich DBV und FNSEA in der Ablehnung mengenmäßiger Markteingriffe und in der Forderung, dass der Übergang in die Zeit nach der Quote nicht zu einer Schwächung der Erzeugerposition führen dürfe. Auf Expertenebene werden die Gespräche fortgeführt.
 

TTIP: Tarifquoten für Fleisch und Zucker

Mit Blick auf die laufenden Handelsgespräche zwischen der EU und den USA sehen DBV und FNSEA durchaus Chancen für die europäischen Erzeuger in einem ausgewogenen Abkommen. Bei den europäischen Standards dürfe es jedoch keine Zugeständnisse geben. Ferner müssten bei sensiblen Produkten, insbesondere Fleisch und Zucker maßvolle Tarifquoten ausgehandelt werden.

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