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Umwelt

'Geht es nach des Bauern Willen, will er um Gerald Halmfrüchte drillen'

von , am
13.03.2010

Leipzig - Um das Namensfest des Abtes Gerald von Mayo, der um das Jahr 642 in England geboren wurde und im Jahr 732 in Irland starb, pflegt sich häufig eine Periode freundlichen Frühlingswetters einzustellen, die bis um den 22. März währt.

Nicht umsonst heißt es: "Wenn Gerald Lust auf Frühling verspürt, er Hummeln und Falter an’s Tageslicht führt" und "Vermag Gerald Sonne und Wärme den Feldern zu schenken, wird der Bauer nur noch an deren Bestellung denken".

Gerald, - der Name bedeutet "mit dem Speer waltend" -, wird als Patron gegen die Pest verehrt. Ein anderer, auf ihn gemünzter Spruch verrät: "Lockt Gerald (13.03.) erste Bienen aus dem Stock, sonnen sich am Waldrand Ricke und Bock". Außerdem reimte der Landmann: "Schickt Gerald die Sonne auf die Himmelsbahn und lässt die Wolken sich von dannen trollen, dann freut sich der Bauer und wird nicht grollen, steht doch die Gerstensaat auf dem Plan" und "Hat der Bauer um Gerald sein Feld bestellt, ist in Ordnung für ihn die Welt".

Bauern müssen sich noch in Geduld üben

Was die Frühjahrsbestellung angeht, werden sich die Bauern aber noch vielerorts in Geduld üben müssen. Da die Krume auf den Feldern stellenweise hoffnungslos aufgeweicht ist, besteht nämlich die Gefahr schwerwiegender Bodenverdichtungen beim Befahren der landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Gerald - Patron gegen die Pest

Gerald, der im ostenglichen Kloster Lindisfarne als Benediktinermönch lebte, soll seinen Abt, den heiligen Koloman, im Jahre 664 zur Synode von Whitby in Irland begleitet haben. Da zwischen Iren und Angelsachsen dort Streit ausbrach, gründete Gerald in der irischen Grafschaft Mayo ein für die Angelsachsen eigenes Kloster. Eine außergewöhnliche Legende rankt sich um sein Patronat gegen die Pest. So herrschte um das Jahr 665 eine schlimme Hungersnot. Das Volk, das den Hunger nicht länger ertragen konnte, wollte lieber die Pest in Kauf nehmen, statt weiterhin nichts im Magen zu haben.

Gerald sollte für dieses Ansinnen beten, schlug aber zu Recht diesen Bevölkerungswunsch aus, den er für gottlos erachtete. So begann die Bevölkerung selbst für die Pest zu beten. Diese brach dann auch tatsächlich aus. Zwei Drittel der Menschen raffte diese fürchterliche Seuche hin. Die Übriggebliebenen fanden unter Geralds Mantel, der zu kaum vorstellbarer Größe anwuchs, Schutz vor der Pest.

Dr. Jurik Müller, Deutscher Wetterdienst

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