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Wirtschaft

Genossenschaften: 50 Milliarden Gesamtumsatz

pd
am
26.02.2013

Berlin - Auf seiner Jahrespressekonferenz zieht der Deutsche Raiffeisenverband Resümee. Preisbedingt und durch den Export konnten die genossenschaftlichen Unternehmen ihren Umsatz steigern.

Dr, Henning Ehlers
Die 2.452 genossenschaftlichen Unternehmen haben 2012 erstmals die 50 Millliarden (Mrd.) Euro-Marke übertroffen. Damit war das Internationale Jahr der Genossenschaften auch aus wirtschaftlicher Sicht überaus erfolgreich. Insbesondere preisbedingt und Export gestützt erzielte die genossenschaftliche Gruppe einen addierten Gesamtumsatz von 50,1 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von vier Prozent gegenüber 2011 (48,2 Mrd. Euro). Dies erklärte Dr. Henning Ehlers, Generalsekretär des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), bei der Jahrespressekonferenz.

Warenwirtschaft: umsatzstärkste Sparte im DRV

Die 451 Warengenossenschaften, darunter fünf Hauptgenossenschaften, erzielten 2012 erneut ein deutliches Umsatzplus von über acht Prozent und festigten ihre Wettbewerbsposition. Der Gesamtumsatz beträgt knapp 25 Mrd. Euro. Die Unternehmen melden deutlich höhere Verkaufserlöse für Getreide und Ölsaaten. Bei Baustoffen, Agrartechnik und Erneuerbaren Energien profitierten sie von der nach wie vor guten Baukonjunktur und Investitionstätigkeit der Landwirte. Höhere Aufwendungen der Landwirtschaft für Mischfutter, aber auch im Pflanzenbau für Saatgetreide sowie bei Pflanzenschutz- und Düngemitteln trugen zur Umsatzsteigerung bei.

Getreide: "Stabile Marktentwicklung in 2013"

"Für die Getreideernte 2013 gehe ich derzeit auf Basis von Saatgutverkäufen, Flächenschätzungen des Statistischen Bundesamtes und langjährigen Ertragsdurchschnittswerten von knapp 45 Millionen Tonnen (Mio.t) aus. Dies entspricht dem Vorjahresergebnis. Beim Raps erwarte ich insbesondere aufgrund einer deutlich gestiegenen Anbaufläche eine etwas höhere Ernte von gut 5,3 Mio. t. Bei der Marktentwicklung gehe ich, trotz augenblicklicher Schwächephase, von einer weiterhin stabilen Entwicklung aus. Allein der Anstieg der Weltbevölkerung um jährlich rund 80 Mio. Menschen löst eine zusätzliche Nachfrage von 40 Mio. t Getreide aus", betont der DRV-Generalsekretär.

Milchwirtschaft: Unruhiger Marktverlauf

Der Milchmarkt 2012 war von deutlichen Mengen- und Preisschwankungen gekennzeichnet. Die 251 Molkereigenossenschaften, darunter 49 Milch verarbeitende Unternehmen, haben einen unruhigen Marktverlauf mit phasenweise großen Anlieferungsmengen bewältigt. Insgesamt wurden erstmals mehr als 30 Mio. t Milch zur Verarbeitung an deutsche Molkereien geliefert. Das ist ein Plus von rd. 1,2 Prozent. Im Jahresverlauf konnten wieder höhere Erzeugerpreise ausgezahlt werden. Dennoch lagen die Erzeugerpreise nach vorläufigen Schätzungen im Bundesmittel mit rd. 32 Cent/kg bei 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß etwa acht Prozent unter dem Vorjahreswert.
 
"Die Umsätze der genossenschaftlichen Gruppe gingen nicht zuletzt deshalb um rund drei Prozent auf knapp 13 Mrd. Euro zurück. Die Molkereigenossenschaften haben die Drittlandsmärkte im Fokus. Angesichts der globalen Nachfrage sind die Aussichten weiterhin gut. Die FAO erwartet einen steten Aufwärtstrend der Preise", so Dr. Ehlers.

Vieh- und Fleischwirtschaft: solide Marktposition

Die genossenschaftliche Vieh- und Fleischwirtschaft erzielte ein Umsatzplus von fünf Prozent auf 5,1 Mrd. Euro. Zu diesem Ergebnis beigetragen haben im Wesentlichen die gestiegenen Schlachtpreise für Schweine und Rinder sowie das erfolgreiche Exportgeschäft aufgrund der lebhaften Nachfrage nach tierischen Erzeugnissen. In der Schlachtung und Vermarktung von Schweinen war die Entwicklung erstmals seit 1997 rückläufig. In Deutschland wurden 2,3 Prozent weniger Schweine geschlachtet als im Vorjahr. Das Aufkommen betrug 58,3 Mio. Tiere. Die Preise übertrafen das Vorjahresniveau.
 
Der Abwärtstrend am deutschen Rindfleischmarkt setzte sich fort, allerdings schwächer als 2011 und im europäischen Vergleich. Es wurden 3,62 Mio. Rinder geschlachtet (- 1,6 %). Die Erzeugung erreichte nur noch 1,14 Mio. t (-1,9 %). Der weltweite Rindfleischmarkt ist gekennzeichnet durch sinkende Viehbestände, eine schrumpfende Produktion bei guter Nachfrage. Das erklärt das hohe Preisniveau.
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