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Wirtschaft

Genossenschaften: Von Finanz- und Währungskrise unbeeindruckt

lpd
am
14.04.2011

Hannover - Die deutschen Genossenschaften im Agrar- und Ernährungsbereich haben ihren Wachstumskurs im vergangenen Jahr fortgesetzt. Umsatzträger bleibt die Waren- und Futterwirtschaft.

Die Genossenschaften im Agrar- und Ernährungsbereich haben die negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise schnell überwunden. Sie setzten im vergangenen Jahr ihren Wachstumskurs fort, berichtet der Landvolk-Pressedienst. Der Gesamtumsatz verbesserte sich gegenüber 2009 um 6,7 Prozent auf rund 41 Milliarden Euro.
 
Wichtigster Umsatzträger blieb dabei die Waren- und Futterwirtschaft. Sie trug mit einem Umsatz von 19,3 Milliarden Euro fast die Hälfte zum gesamten genossenschaftlichen Umsatz bei.

Milchwirtschaft: Knapp ein Viertel des Gesamtumsatzes erwirtschaftet

Eine starke Position im Genossenschaftswesen übernimmt traditionell die Milchwirtschaft. Sie steuerte im vergangenen Jahr mit rund zehn Milliarden Euro einen Anteil von fast einem Viertel zum Gesamtumsatz dazu.
 
Auf einen Anteil von 11,9 Prozent brachte es die Vieh- und Fleischwirtschaft, deren Umsatz mit 4,9 Milliarden Euro dem Vorjahresergebnis entsprach.
 
Die Genossenschaften im Obst-, Gemüse- und Gartenbaubereich steuerten mit 3,1 Milliarden Euro einen Anteil von 7,6 Prozent zum Gesamtergebnis bei.
 
Der Spartenumsatz der Agrargenossenschaften erreichte mit zwei Milliarden Euro einen Anteil von fast fünf Prozent am Gesamtergebnis. Die Genossenschaften in der Weinwirtschaft erzielten mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro einen Anteil von 2,2 Prozent, der Anteil der Sparte "Sonstige" umfasste mit einem Umsatz von 0,8 Milliarden Euro 1,9 Prozent des Gesamtumsatzes.

Waren- und Molkereigenossenschaften: Plus trotz Preisschwankungen

Unter dem "Giebelkreuz" des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) haben sich 2.604 genossenschaftliche Unternehmen zusammengeschlossen, um ihre Marktchancen besser zu nutzen. Landwirte, Gärtner und Winzer sind die Mitglieder und damit Eigentümer der Genossenschaften, die die Zahl ihrer Mitarbeiter auf insgesamt rund 100.000 beziffern. Fast alle Sparten verzeichneten im vergangenen Jahr ein Umsatzplus.
 
Vor allem die Waren- und Molkereigenossenschaften haben sich erholt. So verzeichneten die Genossenschaften der Waren- und Futtermittelwirtschaft trotz erheblicher Preisschwankungen bei den Agrarrohstoffen ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber 2009. Dabei übertraf nach Angaben des DRV vor allem die Investitionsbereitschaft der Landwirte die Erwartungen in der Landtechnik deutlich, und auch der Absatz von Düngemitteln und Saatgut legte zu. Noch deutlicher fiel das Plus mit 9,9 Prozent in der Milchwirtschaft aus, aufgrund besserer Preise für Milchprodukte profitierten auch die Milchbauern von besseren Erzeugerpreisen.
 
Besonders deutlich stiegen die Umsätze mit einem Plus von 24 Prozent im Bereich Obst-, Gemüse- und Gartenbau. Aufgrund kleinerer Obst- und Gemüseernten erholten sich die Erzeugerpreise in diesen Bereichen deutlich.

Auf Milchvieh spezialisierte Agrargenossenschaften profitieren von Marktsituation

Positiv entwickelten sich mit einem Plus von 11,1 Prozent auch die Umsätze der rund 1.000 Agrargenossenschaften, von denen sich rund 85 Prozent dem DRV angeschlossen haben. Vor allem Agrargenossenschaften, die sich auf Milchviehhaltung spezialisiert haben, konnten von der verbesserten Marktsituation profitieren; gerade sie hatten im Jahr zuvor massive Verluste hinnehmen müssen.

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