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Umwelt

Gentechnik: Kennzeichnung für mehr Transparenz

von , am
19.05.2015

In 60 bis 70 Prozent aller Lebensmittel befindet sich Gentechnik. Das wissen allerdings nur die Wenigsten. Eine Petition fordert jetzt die Kennzeichnung aller Produkte, die in Berührung mit Gentechnik gekommen sind.

Sollen künftig alle - wirklich alle - Produkte, die unter Einsatz von Gentechnik entstanden sind, entsprechend gekennzeichnet werden? Das "Forum Grüne Vernunft" sagt "ja" und fordert diese Kennzeichnung in einer Petition, die am 19. Mai in den Deutschen Bundestag eingebracht wird. agrarmanager-Redakteurin Catrin Hahn berichtet von der zugehörigen Pressekonferenz.

Gentechnik gehört zum Alltag

In der Petition, die das Forum Grüne Vernunft (FGV) beim Deutschen Bundestag einbringt, fordern der FGV-Vorsitzende, Minister a.D. Dr. Horst Rehberger, und zahlreiche prominente Wissenschaftler, alle mit Gentechnik in Berührung gekommenen Produkte als solche zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung solle für alle Lebens-, Arznei-, Futter-, Wasch- und Reinigungsmittel sowie für Baumwoll-Textilien gelten. Hintergrund dieser Forderung ist der Gedanke, damit endlich beim Verbraucher für Transparenz und Klarheit zu sorgen. Vielen Verbrauchern sei völlig unklar, wie stark Gentechnik bereits zu unserem Alltag gehöre. Politik, NGOs, so mancher Hersteller und diverse Interessenverbände hätten bislang wenig Interesse gezeigt, hier für mehr Aufklärung zu sorgen.

Kennzeichnung soll aufklären

Über die Art und Weise der Kennzeichnung will die Petition keine Vorgaben machen. Ihnen gehe es einzig und allein darum, betont Rehberger, dass überhaupt gekennzeichnet würde: "Wir sind der Überzeugung, dass die Ablehnung der Gentechnik nicht zuletzt auf einem Mangel an Wissen beruht." Professor Jany, seit 1980 beruflich mit Gentechnik befasst, ergänzt: "Gentechnik befindet sich in 60 bis 70 Prozent aller Lebensmittel, 80 Prozent aller Baumwollprodukte, Bioethanol, Geldscheinen." Und: "Die Bevölkerung glaubt, dass Gentechnik bei uns keine Rolle spielt!" Sinn der Petition sei deshalb, darauf aufmerksam zu machen, dass Gentechnik überall sei. "Wir wollen aufklären", sagt Jany. Und Dr. Happach-Kasan, die sich seit ihrer Promotion mit Gentechnik befasst, fügt hinzu: "Die Menschen sollen das Recht haben, wählen zu können. Dafür müssen sie aber wissen, wie Produkte hergestellt wurden. Teilweise findet der Verbraucher für ein Segment keine Produkte ohne Gentechnik mehr. Das ist dann eben so."
 
Ab dem 19. Mai 2015 wird auf der website des Forums www.gruenevernunft.de ein Hinweis auf diese Petition zu finden sein ...
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