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Wirtschaft

Gerste: Reger Export in Drittländer stützt Preise

Dr. Olaf Zinke, agrarmanager
am
03.03.2015

Die Nachfrage nach deutscher Futtergerste ist derzeit ungewöhnlich groß. Die Ausfuhrmenge überprang in der letzten Abrechnungswoche die Marke von sechs Millionen Tonnen.

Die ungewöhnlich rege Nachfrage nach deutscher Gerste stützt weiter die Preise für den Export von Futtergerste in Drittländer. In der letzten Abrechnungswoche blieb das europäische Ausfuhrtempo hoch und die Ausfuhrmenge in Drittländer lag nach Daten der EU-Kommission in den ersten 35 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres bei rund 6,15 Millionen Tonnen Gerste.
 
Das ist eine 24 Prozent beziehungsweise 1.196.000 Tonnen größere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit rund 4,95 Millionen Tonnen. In der letzten Woche verkauften die Europäer 226.000 Tonnen Gerste in Drittländer, davon kamen 167.000 Tonnen aus Deutschland und nur 26.000 Tonnen aus Frankreich.

Preise in Ostdeutschland meist behauptet

In Ostdeutschland haben sich die Preise für Futtergerste der letzten Woche uneinheitlich entwickelt. Aus Sachsen meldete man für Futtergerste mit 148 Euro je Tonne einen um rund einen Euro höheren Preis als in der Vorwoche, während die Notierungen in Brandenburg bei 150 Euro jt Tonne blieben.
 
Aus Thüringen meldete man ebenfalls unveränderte Gerstenpreise von 148 Euro je Tonne und am Großmarkt in Halle notierte man 148 Euro je Tonne und damit 2 Euro weniger als in der Vorwoche. Fob-Mittellandkanal wurden zuletzt zur Anlieferung im März etwas niedrigere Gerstenpreise von 164 bis 166 Euro genannt. In der Vorwoche lagen diese zwischen 166 bis 167 Euro. 
 

Schwächere Gerstenpreise in Süddeutschland

Am Großmarkt in München notierte man für Futtergerste in der vorigen Woche niedrigere Preise von 145 bis 150 Euro je Tonne. In der Vorwoche lag der Preis bei 150 Euro je Tonne. Vom südwestdeutschen Großmarkt in Stuttgart meldete man in der letzten Woche ab Station niedrigere Preise von nur noch 147 bis 150 Euro (Vw: 152 bis 154 Euro).
 
Franko Köln lagen die Preisangebote für Futtergerste Ende der letzten Woche um drei Euro niedriger als in der Vorwoche bei 163 Euro je Tonne und waren damit ebenfalls rückläufig. Franko Südholland wurden knapp behauptete Gerstenpreise von 172 Euro gemeldet. Das war rund ein Euro weniger als in der Vorwoche. Cif-Niederrhein lagen die Preisvorstellungen bei 172 Euro. 

Deutschland bislang größter Einzelexporteur in 2015

Der größte europäische Einzelexporteur in den ersten 35 Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres war Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge von 1,94 Millionen Tonnen. Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 1,36 Millionen Tonnen Gerste aus Frankreich. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure liegt Rumänien mit Ausfuhren von 562.130 Tonnen Gerste.
 
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