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Nordrhein-Westfalen

Gesetzesantrag: 'Lebensmittelverschwendung muss halbiert werden'

Lebensmittelabfälle
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Katharina Krenn, agrarheute
am
01.03.2017

Während in anderen Ländern große Supermärkte unverkaufte Lebensmittel spenden oder in die Tierfutterproduktion geben müssen, landen hierzulande tausende Tonnen im Container.

Pro Jahr werden in Deutschland mindestens elf Millionen Tonnen Nahrungsmittel weggeworfen. Laut Bundesverbraucherministerium landen im Durchschnitt pro Person und Jahr Waren im Wert von 235 Euro in der Tonne. Deshalb drängt Nordrhein-Westfalen auf eine gesetzliche Initiative des Bundes zur Verringerung der Lebensmittelverluste. Einen entsprechenden Entschließungsantrag hat die Düsseldorfer Landesregierung in den Bundesrat eingebracht.

Nationale Strategie mit verbindlichen Zielen

Zwar gebe es auf Länderebene bereits zahlreiche Initiativen und Projekte zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung, heißt es in dem Antrag. Es fehle jedoch eine nationale Strategie zur Verminderung der Lebensmittelverluste mit verbindlichen Reduktionszielen. Ein vorrangiges Ziel müsse sein, dass eine stoffliche Verwertung von Lebensmittelabfällen Pflicht werde.

Dabei verweist Nordrhein-Westfalen auf bereits bestehende Regelungen in anderen EU-Staaten. Beispielsweise seien große Supermärkte in Frankreich verpflichtet, unverkaufte Nahrungsmittel zu spenden, zu Tierfutter zu verarbeiten oder in die Kompostierung beziehungsweise die energetische Verwertung zu geben. Ein ähnliches Gesetz in Finnland gelte nicht nur für Supermärkte, sondern auch für die Außer-Haus-Verpflegung und Großverbraucher wie Restaurants.

Lebensmittelverluste: Nur 5 Prozent im Handel

Bundesernährungsminister Christian Schmidt wehrt den Ruf nach gesetzlichem Einschreiten aber ab. Das Agrarministerium hielt dem Antrag Nordrhein-Westfalens entgegen, entsprechende Verbote seien kaum zu kontrollieren. "Der Großteil unserer Lebensmittelabfälle entsteht in den Privathaushalten, da können wir mit einem Gesetz nichts erreichen", sagte der CSU-Politiker.  Ein Ministeriumssprecher verwies auf eine von seinem Haus geförderte Studie der Universität Stuttgart, nach der 61 Prozent der Lebensmittelabfälle aus Haushalten stammen und nur 5 Prozent vom Handel.

Mit Material von AgE/dpa

Lebensmittelverschwendung: Beute aus der Supermarkt-Tonne

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