Login
Politik national

Gesetzlicher Mindestlohn greift ab 2017

© landpixel
von , am
02.12.2013

Berlin - Anfang des Jahres haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf einen Tarifvertrag für die Landwirtschaft geeinigt. Der gilt vorerst weiter, doch das Mindestniveau von 8,50 Euro wird früher erreicht.

Für Erntehlefer sind 'flankierende Maßnahmen', aber keine Begrenzung des Mindestlohns vorgesehen. © landpixel
Der Koalitionsvertrag von Union und SPD wirkt sich im Gehaltsbereich auch auf die Landwirtschaft aus. Denn darin enthalten sind Regelungen zum gesetzlichen Mindestlohn.
 
Die zu Beginn dieses Jahres erzielte Einigung zwischen den Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbänden (GLFA), und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) über die Einführung eines Mindestlohns gilt ungeachtet der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns zunächst weiter.
 
Wie aus der Koalitionsvereinbarung von Union und SPD hervorgeht, soll zum 1. Januar 2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde für das ganze Bundesgebiet eingeführt werden. Uneingeschränkt soll der Mindestlohn ab 1. Januar 2017 gelten. Bestehende Tarifverträge mit einer Mindestlohnregelung sollen bis zu diesem Zeitpunkt davon unberührt bleiben.

8,50 Euro ab 1. Januar 2017

Für solche Verträge, bei denen am 31. Dezember 2016 der Mindestlohn von 8,50 Euro nicht erreicht wird, gilt dann ab 1. Januar 2017 und ohne Ausnahme das gesetzliche Mindestlohnniveau von 8,50 Euro.
 
Der Tarifvertrag von GLFA und IG BAU sieht für die unterste Lohngruppe, unter die die Erntehelfer fallen, ein schrittweise Anhebung vor. Der Stundenlohn von 8,50 Euro wird demnach bundeseinheitlich am 1. Dezember 2017 erreicht. Dies würde bedeuten, dass in der Branche elf Monate früher als bislang vorgesehen die 8,50 Euro gezahlt werden müssten.

IG BAU-Vorsitzender: Lohnuntergrenze von 8,50 Euro überfällig

Laut Tarifvertrag beträgt der Stundenlohn in der untersten Lohngruppe Ende 2016 in den neuen Länder 7,85 Euro und in den alten 7,90 Euro. Der Stellvertretende IG BAU-Vorsitzende Harald Schaum hatte sich im Vorfeld gegen Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen.
 
Eine verbindliche Lohnuntergrenze von 8,50 Euro sei überfällig, so Schaum. Geschäftsmodelle, die auf Ausbeutung beruhten, müssten endlich der Vergangenheit angehören. Das gelte auch in der Landwirtschaft.
Auch interessant