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Wirtschaft

Getreide: Russland will Importzölle nicht abschaffen

Externer Autor
am
20.03.2013

Nach Auffassung des russischen Agrarministeriums hat die Senkung der Importzölle von derzeit fünf Prozent auf Null keine "signifikante" Wirkung auf den Markt.

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Die Importzölle für Getreide werden voraussichtlich nicht von derzeit fünf Prozent auf Null gesenkt. Das teilte am Montag der stellvertretende Landwirtschaftsministern Ilya Shestakov mit. Allerdings ist die offizielle Entscheidung durch die vom Ministerium beauftragte Fachkommission noch nicht gefallen. Am 20. Februar hatte Shestakov noch mitgeteilt das Russland die Importzölle bis zum Ende des Wirtschaftsjahres abschaffen will.
 
Sowohl einige Länder der Europäischen Union als auch die USA und Kasachstan hatten sich Exportchancen und größeres Kaufinteresse am russischen Markt versprochen.
 

Russische Preise im Vergleich weiter sehr hoch

Trotz des aktuellen Preisrückgangs sind die russischen Marktpreise für Brot- und Futterweizen derzeit höher als in der europäischen Union. Brotweizen kostete letze Woche im russischen im Großhandel für umgerechnet 269 Euro je Tonne (10.750 Rubel). In Deutschland liegen die Brotweizenpreise am Großmarkt in Hamburg bei 247 Euro und die deutschen Exportpreise (fob Hafen) bewegen sich bei rund 260 Euro.

Kaum noch Exporte, aber auch keine Importe

Bis zum 6. März hatten die Russen insgesamt 13,9 Millionen Tonnen (Mio. t) Getreide exportiert. Im Vergleich zum letzten Jahr ist das ein Rückgang von 32,4 Prozent, meldet das zuständige Landwirtschaftsministerium. Gleichzeitig reduzierte das Ministerium seine bisherige Exportprognose von 15,5 Mio. t auf 14,8 Mio. t. Damit ist der russische Export nach Einschätzung des Ministeriums offenbar fast am Ende. Im Januar exportierten die Russen nur noch 0,2 Mio. t Weizen. Bislang haben die Russen jedoch keine größeren Mengen Weizen oder anderes Getreide (außer Braugerste) am Weltmarkt gekauft.
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