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Dorf und Familie

Getreide umschlagen, zermatschtes Futter und Bauer Willi provoziert

Externer Autor ,
am
06.02.2015

Die Topthemen der Woche in unserer Community: Wie kann man Getreide vom Flachlager zum Sumpf bringen? Was tun, wenn der Mischwagen das Futter zermatscht? Und die Briefe von Bauer Willli.

Getreide verladen mit Frontlader
 
Wellenreitengehen möchte: "Ein Getreide-Flachlager für 300 to in ein Altgebäude bauen. Das auslagern soll mit Frontlader in den 10 m entfernten Getreidesumpf erfolgen, von dort kann ich die Verladezelle der bestehenden Getreidelagerung beschicken. Der Sumpf und das Flachlager sind im selben Gebäude (Breite Flachlager 8 m, zum Sumpf eine 90° Kurve, Durchfahrt ist dort 4,20 m breit, zum Laden nur vorwärts/rückwärts fahren). Habe einen Fendt 260 SA, wollte daran die vorhandene 2 m Schaufel mit 800 l hängen. Stoll Konsolen sind an der Maschine, wollte daran einen FZ8 oder FE 750P hängen. Der Lader kann noch Futter anschieben, Heu- und Stroh-Rundballen umsetzen und Dünger laden. Gegen Stapler/kleinen Radlader scheue ich mich wegen des höheren Anschaffungspreises und der mangelnden Geländegängigkeit. Macht der Lader am Fendt Sinn - wegen zu hoher Belastung VA? Seht ihr noch eine günstigere Möglichkeit das Lager leer zu bekommen?"
 
christiannds meint: "Für die VA sollte es kein Problem geben, 800l = 600kg, das ist eigentlich ziemlich wenig. Sind die Frontlader vorhanden? Oder müsste der erst angeschafft werden? Wie "eng" ist die 90° Kurve? Hier bieten einige landw. Spediteure das Laden mit an, 1 Euro/to, sowas scheint es ja bei Euch nicht zu geben, oder?"
 
Und Matthias schreibt: "Nur so als Gedanke. Wenn ich das recht verstehe, brauchst du nichts hoch verladen. Wäre es da nicht möglich eine Schaufel ins Heck an den Dreipunkt zu hängen? Damit wären höhere Nutzlasten möglich und von den Kosten wäre es wahrscheinlich auch dasselbe."
 
Und Globe antwortet: "Bloß wenn du dir extra nen Frontlader zum Getreideladen kaufst, würd ich mal über einen (gebrauchten) Gabelstabler nachdenken" 

Selbstfahrer zermatscht Futter

Michl34 hat folgendes Problem: "Ich habe einen RMH 350 CS mit 4- Schnecken Horizontal Mischwerk und  immer wieder Probleme mit der Struktur im Futter, besonders wenn es an die hinteren Grasschnitte geht, wo die Blattmasse zunimmt und das Futter fein wird. Die Fräse schlägt mir das Futter kurz und klein, das sieht man schon mit bloßem Auge im Trog und vor allem an den Milchinhaltsstoffen, die trotz massiver XF-Menge nicht da sind wo sie hingehören. Ich habe jetzt angefangen den Mischer fremd zu befüllen, was ziemlich bescheuert ist - wenn man dafür nicht maschinell ausgelegt ist. Meine Frage wäre jetzt, ob jemand solche Probleme kennt und wie ihr sie bei euren Maschinen gelöst habt?"
 
Keks90 antwortet: "Das Problem hatten wir auf meinem letzten Lehrbetrieb auch.  Gerade bei einem nassen Landsberger Gemenge (28 % TS). Ebenfalls Selbstfahrer, Horizontalmischer mit Fräse. Gelöst haben wir das dann dadurch, dass wir a) sämtliche Gegenschneiden aus dem Wagen herausgeschraubt haben (halber Vormittag, zwei Mann) (mit der Option sie bei Bedarf wieder einzubauen, ist aber bis heute nicht nötig gewesen) und b) nur noch so viel mischen wie unbedingt notwendig. Heißt: Erst das Fräsen, was weniger must (in diesem Fall den Mais), und das was am meisten must, also das Gras, erst am Schluss fräsen. Wenn der Vorlageort dann weiter vom Fahrsilo entfernt ist - wie nur 50 Meter - dann die Rührwelle abschalten, sobald das Futter ausreichend gemischt ist, und erst direkt bei der Entnahme wieder einschalten."
 
Und rocknrolldirk schreibt: "Oh ja...wir hatten einen Selbstfahrer von Kuhn (SP14) mit Horizontalschnecken. Bei feuchten Silagen durfte man nicht neben den Schiebern stehen, da spritzte pro Umdrehung einmal ne Ladung leckeres "Wasser" raus. Was kann man machen? Feuchte Silagen mit möglichst vielen trockenen Komponenten mischen, den Wagen möglichst nicht voll machen (je voller desto höher der Druck!) und die feuchten Komponenten erst zum Schluss des Befüllvorgangs dazugeben. Beim nächsten mal einen Vertikalmischer kaufen." 

Bauer Willi: 'Provozieren um ins Gespräch zu kommen'

Bauer Willi war letzte Woche in mehreren Themen ein Gespräch. Die agrar_heute_redaktion stellt einen ihrer Beiträge zur Diskussion: "Seine Briefe an den Verbaucher schlagen Wellen über die Landwirtschaft hinaus. Im Interview nennt Bauer Willi Gründe für seine offenen Worte und die Reaktionen auf seine Briefe." 
 
Rottalboy kommentiert etwas sarkastisch: "Er muss einfach nur wachsen, um seine Stückkosten zu drücken. Nicht jammern, sondern als Chance sehen. Man muss nur länger durchhalten als andere, dann bleibt man über und es erwartet einen das Paradies. Den Verbraucher wird es einen feuchten Dreck scheren, ob man als kleines Bäuerlein über die Runden kommt. Wenn ich mir die Pachtpreise so anschaue, gehts gar nicht so schlecht."
 
Gartenfotograf ist eher kritisch: "Ob so ein Jammerbrief bei den Verbrauchern ankommt bezweifle ich sehr stark! Stellt euch mal vor, ihr geht zu eurem Landtechnikhändler und der jammert euch beim Verkaufsgespräch erst einmal eine halbe Stunde was über die schlechte Lage der Branche vor? Keine klaren Argumente, nur Pauschales und so? Würdet ihr da eine hochwertige Maschine kaufen? Ich jedenfalls nicht!" 
Bauer Willi heißt wirklich Willi - und Landwirt ist er auch

Kalbin schlägt aus

Rough_Rider schreibt: "Habe im Dezember eine FV Kalbin gekauft. Soweit so gut. Sie ließ sich den Strick umhängen, führen, in den Anhänger zum verladen ging sie ohne Widerwillen mit und teuer war sie (bio). Am Dienstag hat sie gekalbt, schlägt jetzt aber wie Sau. Zuerst hat es die Freundin probiert - ging nur widerwillig anzusetzen. Dann hab ich es mit viel Vorlaufkraulen und -streicheln geschafft sie fast auszumelken. Am nächsten Tag hat es wieder meine Freundin zuerst probiert - ging nicht. Dann wieder ich - aber diesesmal ging es nimmer (hat seitlich ausgeschlagen). Dann war es aus. Tierarzt gekommen, Beruhigungsmittel gespritzt (hat richtige Bocksprünge gemacht), dann haben wir sie halt im liegen gemolken." 
 
Darky meint: "Sind Nasenzangen noch erlaubt? Ich fand die immer am besten - wenn man das 2-3 mal gemacht hat, genügt es die Zange nur lose anzulegen und sie steht still. Ist zwar nicht die feine englische Art, aber unterm Strich besser als Metzger." 
 
StefanS antwortet: "Mit entsprechender "Fixierung" (Bein anbinden und/oder Bügel) schon, meistens - manchmal aber auch nicht. Aber wenn sich sowas absolut nicht bessert, dann ab damit (und wenn sie noch so teuer war). Ich mach mich doch nicht auf ewig zum Deppen oder riskiere am Ende noch meine Gesundheit nur wegen so nem sturen Bock - allein wenn man mal die Zeit rechnet, die man da verblödelt. Klar das man es mal einige Zeit (Wochen) versucht, aber dann..."
 
Matthias kommentiert den Satz: "Wird das im Melkstand besser" wie folgt: "Kommt auf den Melkstandtyp an, hätte es vielleicht nach den ersten Problemen gleich im Melkstand versucht. Bei uns im Side-by-Side ist das Melken der Färsen recht sicher. Bei Schlägern bietet sich erst mal eine Fußfessel an. Das verhindert erst mal, das sie kräftig ausschlagen kann. Im Zweifelsfall stellt sich jemand davor, oder sie wird vorn am Gitter festgebunden. 95 % sind so zu bändigen. Im Tandem könnte man ähnlich vorgehen, Fischgräte ist sicher schwierig."
Alle Meinungen:    https://agrarheute.landlive.de/boards/thread/65727/page/1/

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