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+++ Kriminalfall, aktualisiert: 25.03.2021 +++

Getreidediebe klauen 10.000 Tonnen Getreide in Cloppenburg und Vechta

Polizeifoto: Waffen der Getreidediebe
am Donnerstag, 25.03.2021 - 09:50 (Jetzt kommentieren)

Da behaupte nochmal jemand, Getreide werde in unserer Gesellschaft nicht wertgeschätzt: In Oldenburg hat ein Strafprozess gegen sieben Diebe begonnen, die Getreide im Wert von 1,7 Mio. Euro geklaut haben sollen. Bei der Festnahme hatten die Beamten sogar Schusswaffen sichergestellt.

Am Landgericht Cloppenburg hat in dieser Woche der Strafprozess gegen insgesamt sieben Angeklagte begonnen. Ihnen wird schwerer Bandendiebstahl vorgeworfen. Von Januar 2018 bis August 2020 sollen sie aus einem Futtermittelbetrieb aus Garrel bei 510 Taten Getreide im Wert von insgesamt 1,7 Millionen Euro gestohlen haben.

Getreidediebstahl: Verkauf an Landhandelbetriebe

Drei Angeklagte im Alter von 73, 26 und 47 Jahren sollen regelmäßig mit einem oder zwei Lkw bei der Zweigstelle des Betriebs in Essen (Oldenburg) vorgefahren sein. Hier sollen die anderen vier männlichen Angeklagten, die bei diesem Betrieb angestellt waren und in der Spät- bzw. Nachschicht arbeiteten, die Lkw mit Getreide beladen haben. Anschließend sei das so gestohlene Getreide an diverse Landhandelbetriebe veräußert worden. Die vier angeklagten Mitarbeiter der geschädigten Firma hätten danach einen Teil der Einnahmen ausgezahlt bekommen.

Die Polizei Cloppenburg/Vechta hatte die Bande in der Nacht auf den 26. August 2020 festgenommen. Bei der Festnahme fanden die Beamten 150.000 Euro Bargeld und drei scharfe Schusswaffen.

Getreidehändler bemerkt Fehlbestand und schaltet die Polizei ein

Im Juli hatte der Inhaber einer oldenburgischen Getreidehandelsfirma einen größeren Getreidediebstahl gemeldet, so die Polizei damals in einer Pressemitteilung. Der Getreidehändler hatte seit Anfang des vergangenen Jahres einen Fehlbestand an Weizen im Wert von 1,2 Millionen Euro festgestellt.

Die Polizei fand heraus, dass drei Mitarbeiter der geschädigten Firma in ihren Nachtdiensten regelmäßig "Besuch" von drei weiteren Tatverdächtigen erhielten. Bei Nacht und Nebel beluden die Mitarbeitern der Firma zwei Lkw mit Getreide. Die wurden dann in einer Sackgasse an der Autobahn 1 im Bereich Vechta zwischengeparkt. Das geklaute Getreide wurde an weitere Getreidehändler verkauft.

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