Login
Wirtschaft

Getreidepreise: Südamerika gibt die Richtung vor

Externer Autor
am
03.01.2012

In den letzten Wochen des alten Jahres haben die Berichte über die Trockenheit in Argentinien und im Süden Brasiliens zu einem kräftigen Anstieg der globalen Mais-, Soja- und auch Weizenpreise geführt.

Sojabohnernte in Brasilien
Immerhin entfallen auf die beiden südamerikanischen Länder knapp 30 Prozent der internationalen Maisexporte und sogar 50 Prozent der weltweiten Sojaausfuhren. Größere Ertrags- und Produktionseinbußen hätten also spürbare Auswirkungen auf die weltweite Versorgung mit Futtergetreide und Eiweißfutter.
Diese Befürchtungen schlagen sich unmittelbar in der Preisentwicklung an den Getreide- und Ölsaatenmärkten nieder, auch wenn der Zeitpunkt für belastbare Prognosen noch sehr früh ist.
 
In Argentinien erfolgt die Maisaussaat von November bis Dezember und die Ernte von April bis Mai. In Brasilien beginnt die Maisaussaat im Süden (Sommermais) des Landes im September und im Westen (Wintermais/Safrina) im Februar (nach Soja). Soja wird in Brasilien im Februar geerntet und in Argentinien im Mai.

La Nina kommt zurück

Immer mehr internationale Wetterdienste rechnen für Südamerika mit einem erneuten Auftreten des Wetterphänomens La Nina. Eine ähnliche Situation hat es zuletzt 2008/09 gegeben. Die Folgen sind für Weite Teile Argentiniens sowie für den Süden Brasilien und den Osten Paraguays Trockenheit bei teilweise sehr hohen Temperaturen. Gleichzeitig kann es im Hochland von Zentralbrasilien zu massiven Regenfällen kommen, wie dies im Dezember geschehen ist. Das Ergebnis war zunehmender Krankheitsdruck (Rost) wegen der kaum und vor allem nicht fristgerecht möglichen Pflanzenschutzmaßnahmen.
 
Im Jahr 2008/09 hatte es sowohl bei Mais als auch bei Soja für beide Länder zusammen einen Produktionsrückgang von knapp einem Fünftel gegenüber dem Vorjahr gegeben. Bislang gehen die Einschätzungen über die Folgen der bisherigen Wetterextreme jedoch noch ziemlich auseinander. Die Auswirkungen auf die Erträge bei Mais und Soja werden jedoch mit einem andauern Trockenperiode immer größer und erhöhen die Folgen für die Märkte.
 
Podcast: 'Ziemliches Auf und Ab am Weizenmarkt'
Gemeinsam mit dem dlv-Marktanalysten Dr. Olaf Zinke blicken wir zurück auf die Ereignisse der wichtigsten Agrarmärkte im Jahr 2011. anhören ...
 
 
 
Den ausführlichen Text finden Sie beim dlz agrarmagazin unter Markt/Marktfrüchte ...
Auch interessant