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Gewässerverunreinigung: Strafbefehl für Felßner

Porträt von Günther Felßner
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Anke Fritz, agrarheute
am
22.02.2018

BBV-Vizepräsident Günther Felßner wurde zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Silosickersäfte in ein Wasserschutzgebiet geleitet wurden.

Wegen Verunreinigung hat das Amtsgericht Hersbruck den BBV-Vizepräsidenten Günther Felßner zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen verurteilt. Das meldete die dpa diese Woche. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Felßner auf seinem Hof in Günthersbühl (Lks. Nürnberger Land) Silosickersäfte in ein Wasserschutzgebiet geleitet hat.

Felßner, der auch mittelfränkischer BBV-Bezirkspräsident ist, habe nun 14 Tage Zeit, gegen den vom Amtsgericht erlassenen Strafbefehl Einspruch einzulegen, berichtete eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. In diesem Fall würde es zu einer öffentlichen Verhandlung kommen.

Silosickersäfte haben den Boden belastet

Die Anklagebehörde wirft Felßner vor, mit der Einleitung der Silosickersäfte sowohl Boden in der Nachbarschaft seines Hofs als auch „lokal oberflächliches Grundwasser“ belastet zu haben. Für das Trinkwasser habe allerdings keine Gefahr bestanden, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Auch der Vorwurf, Felßner habe Gülle auf seinem Hof illegal entsorgt, habe sich nicht bestätigt.

Auch seien keine Sickersäfte in die vorbeifließende Gründlach gelangt. Das Ermittlungsverfahren gegen drei Mitarbeiter des Landratsamtes sei dagegen eingestellt worden. Sie waren in den Verdacht geraten, von den Einleitungen gewusst, aber nicht die erforderlichen Maßnahmen dagegen unternommen zu haben.
 

Felßners Gutachten kommt zu anderen Ergebnissen

Der BBV erklärte dazu, dass Präsident Felßner den Eingang des Strafbefehls bestätigt habe. Der Strafbefehl sei noch nicht rechtskräftig. Somit handele es sich um ein laufendes Verfahren, zu dem der BBV keine Aussagen treffen könne.

Auf Anfrage teilte Felßner mit, dass er den Ermittlungsergebnissen, die im Wesentlichen auf einem von den Ermittlungsbehörden in Auftrag gegebenen Gutachten beruhen, nicht folgen könne. Ein von ihm beauftragtes und der Staatsanwaltschaft vorgelegtes Silosickersäfte komme zu anderen Ergebnissen, die von der Staatsanwaltschaft nicht widerlegt worden seien. Ob Felßner von seinem Einspruchsrecht Gebrauch macht, hänge wesentlich von seiner Familie ab, die schon aufgrund des bisherigen Verfahrens sehr belastet sei.

Mit Material von Bayerischem Wochenblatt, BBV
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