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Wirtschaft

Gewinneinbruch bei Südzucker

Norbert Lehmann, agrarmanager
am
22.05.2015

Die Südzucker AG hat im Geschäftsjahr 2014/15 einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ertrag einstecken müssen. Erstmals schreibt Südzucker rote Zahlen im dritten und vierten Quartal.

Wie der Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang Heer auf der Bilanzpressekonferenz am 21. Mai des Unternehmens in Mannheim mitteilte, sank der Konzernumsatz in dem am 28. Februar abgeschlossenen Geschäftsjahr 2014/15 um zehn Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis brach von 622 Millionen auf 181 Millionen Euro ein. Erstmals in der Unternehmensgeschichte wurden im Zuckersegment im dritten und vierten Quartal rote Zahlen geschrieben. Dass insgesamt dennoch ein dreistelliges Ergebnis ausgewiesen werden konnte, verdankt Südzucker seiner Diversifizierung. Die Sparten "Spezialitäten" und "Frucht" verzeichneten einen deutlich steigenden beziehungsweise stabilen Gewinn. 

Südzucker spart

Auf das schwierige Geschäftsumfeld - hohe Überschüsse am europäischen Zuckermarkt sowie niedrige Preise für Zucker und Ethanol am europäischen und Weltmarkt - reagiert das Unternehmen mit einer Reihe von Sparmaßnahmen, die nach ihrer vollständigen Umsetzung einen positiven Ergebnisbeitrag von 120 Millionen Euro liefern sollen. Dazu gehören die Schließung der Rohzuckerraffination in Marseille und eine Straffung der Verwaltungsstruktur. Das Ethanolwerk Ensus in Großbritannien wurde vorübergehend stillgelegt.

Spezialitäten- und Fruchtgeschäft soll Minus auffangen

Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert Südzucker unverändert einen weiteren Umsatzrückgang auf 6 Milliarden bis 6,3 Milliarden Euro. Das operative Konzernergebnis soll auf 50 Millionen bis 150 Millionen Euro zusammenschmelzen. Dabei wird die Zuckersparte voraussichtlich einen Verlust von 50 Millionen bis 100 Millionen Euro einfahren. Dieses Minus soll erneut vom Spezialitäten- und Fruchtgeschäft aufgefangen werden. Der Vorstand machte keinen Hehl daraus, dass der Rübenpreis deutlich stärker gesenkt worden wäre, wenn die EU nicht bis 2017 noch den Rübenmindestpreis vorschreiben würde.
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