Wieder Gewitter im Anmarsch: Wo Landwirte auf Superzellen treffen
Das Wetter tobt sich aus. Es gab bereits Sturmschäden und Überschwemmungen. Und Ruhe ist nicht in Sicht: Vor allem im nördlichen Deutschland drohen Superzellen und Unwetter.
Den Frühling zu genießen fällt aus - zumindest sollte man den Himmel im Auge behalten. Heute, am Freitag, hat sich wieder eine Schwergewitterlage in Teilen Deutschlands eingestellt. Vor allem in einem Streifen von NRW und dem nördlichen Rheinland-Pfalz bis nach Brandenburg und Vorpommern kracht es. Dabei kommen von Westen her teils schwere Gewitter mit lokal extrem heftigen Starkregen um 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit.
Dazu schickt der Himmel Hagel bis 5 Zentimeter und schwere Sturmböen bis Orkanböen, Bft 10 bis 12. Abends gibt es dann in der Mitte und im Osten örtlich Schwergewitter. Den Süden trifft es wohl weniger, aber ausschließen kann man auch hier nicht einzelne starke Gewitter mit Unwetterpotential vor allem durch Starkregen und Hagel.
Superzellen können sich bilden - faustgroßer Hagel möglich
Die Luftmassenunterschiede sind so groß, dass sich Superzellen bilden können. Das sind extrem gefährliche Gewitter, die sich sogar zu Tornados weiter entwickeln können. Sie entstehen, wenn die schwül-warme Luft in geringer Höhe auf eine Luftschicht trifft, die wesentlich kühler ist. Dazu kommen starke Winde, deren Richtung sich mit der Höhe verändert. Solche Superzellen sind langlebig. Dadurch kommen hohe Windgeschwindigkeiten und große Hagelkörner zu Stande.
Das Phänomen kennt man vor allem aus dem mittleren Westen der USA. Aber auch bei uns kommen die immer wieder vor. Zum Beispiel verursachte eine Superzelle am 28. Juli 2013 rund um Reutlingen mit 2,8 Mrd. Euro den bisher größten Hagelschaden Deutschlands. Der bis zu acht Zentimeter große Hagel hat mehrere Hundert Menschen verletzt. Eine Superzelle erzeugt sogar einen 14 Zentimeter großen Hagelbrocken.
Überschwemmungen und Sturmschäden im Westen und Osten
Bereits gestern hatte es örtlich schwere Gewitter gegeben. Dadurch kam es beispielsweise zu Zugausfällen in NRW. In Mundelsheim in Baden-Württemberg wälzte sich eine Schlammlawine durch den Ort. Ein Mann ist auf einem Frachtschiff bei Duisburg vom Blitz getroffen worden. Und auch im Kreis Ahrweiler spürte man das Wetter wieder.
Wetter kommt die nächsten Tage zur Ruhe - die Prognose für zehn Tage
Zum Wochenende beruhigt sich das Wetter. Die Temperaturen gehen vor allem im Norden zurück. Im Süden bleibt es wärmer und vor allem am Alpenrand kann es auch die nächsten Tage immer wieder Gewitter geben.
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