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Aufreger

Gleichberechtigung in der Landwirtschaft: Muss man darüber noch reden?

Landwirtin steht vor Traktor
am Montag, 25.10.2021 - 11:35 (2 Kommentare)

Auf Instagram zeigen viele Landwirtinnen, was sie tagtäglich leisten, um mit veralteten Klischees aufzuräumen. Die Meinungen, ob das heutzutage noch nötig ist, sind verschieden.

Kinder, Küche, Kühestreicheln. Madleine, auf Instagram als frau_freudig bekannt, kann es nicht mehr hören, wenn ihre Arbeit auf Tiere streicheln reduziert oder generell - vor allem von Männern - nicht ernstgenommen wird. Also stellt sie in einem Reel falsche Vorstellungen und Wahrheit gegenüber und zeigt, was sie auf dem Hof wirklich alles macht.

Landwirtinnen sind keine Deko-Objekte

Sie findet, „solange man Traktor und Co. nicht mit einem Penis lenken muss, wüsste ich nicht, was uns Frauen in der Landwirtschaft eigentlich aufhalten sollte“, und weiß: Es gibt jede Menge Frauen, die ihr Ding auf den Höfen einfach rocken. So zeigen auch zahlreiche andere Landwirtinnen mit Posts auf ihren Profilen, was sie tagtäglich stemmen und teilen ihre Gedanken dazu. Isa vom hielscherhof schreibt: „Schon krass, dass man ‚Frauen in der Landwirtschaft‘ heutzutage nochmal thematisieren muss. Die meisten haben wohl verstanden, dass wir keine Deko-Objekte sind, die nur Tiere streicheln, sondern ernstzunehmende Personen. Es gibt aber immer noch ein paar Blitzbirnen, die das anscheinend nicht verstanden haben.“ Sie betont:

  • „Frauenhände können auch schrauben oder Sandsäcke tragen.“
  • „Frauenfüße sind auch in der Lage schnell zu rennen oder in Gummistiefeln durch Kuhmist zu laufen.“
  • „Frauenhaut ätzt auch nicht weg, wenn sie mit Dreck in Berührung kommt.“
  • „Frauengehirne sind sogar auch in der Lage, Entscheidungen zu treffen und einen Betrieb zu leiten.“

Gleichberechtigung in der Landwirtschaft: „Man muss Missstände ansprechen.“

Die Meinungen, ob man noch darauf hinweisen muss, was man als Landwirtin heutzutage alles leistet, sind verschieden. So schreibt kathrin_schlicka unter einem Post auf unserem Junglandwirteportal Hofheld: „Ich wurde nie diskriminiert, nur weil ich eine Frau bin. Vielleicht, weil ich meine Arbeit einfach gemacht habe. Ich denke, es ist auch ein bisschen Einstellungssache.“ karina.arzberger kommentiert: „Teilweise hat man schon ziemlich mit Sexismus zu kämpfen und dem alten Klischee einer Bäuerin.“

Und ricardaplvr findet: „Man muss Missstände ansprechen, damit es besser werden kann.“ Sie sei schon oft gefragt worden, ob sie die Arbeit mit ihrem Körperbau überhaupt schaffe. marie.vom.tiggeshof findet solche Fragen nicht ok und schreibt: „Maschinen usw. sollten so ausgelegt sein, dass auch kleine Menschen sie erreichen können. [...] Wie kann es sein, dass selbst ich mit meinen 1,80 m Probleme habe, an den meisten Ballenpressen die Folienrollen zu wechseln?“

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