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Rückstandskontrollen

Glyphosat im Bier: Rückstandsmengen stark zurückgegangen

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
25.08.2017

Das Umweltinstitut München hat wieder Biere auf Glyphosat-Rückstände untersucht. Die gefundenen Rückstände sind um 80 Prozent zurückgegangen.

Im vergangenen Jahr hatte das Umweltinstitut München in 14 beliebten deutschen Bieren Rückstände von Glyphosat nachgewiesen. Der Aufschrei war groß, wenngleich das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) zeitnah Entwarnung gab und darauf hinwies, dass "Glyphosatgehalte von 30 Mikrogramm pro Liter Bier nach dem derzeitigen Stand des Wissens kein gesundheitliches Risiko darstellen". 

Nun hat das Umweltinstitut München erneut nach Glyphosat im Bier gesucht. Demzufolge werde auch diesmal der Trinkwasser-Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter in allen untersuchten Bieren überschritten. Die Werte seien allerdings im Durchschnitt um fast 80 Prozent gesunken und laut Institut "in absoluten Zahlen gemessen klein". Das Institut erneuert allerdings seinen Forderung, den Wirkstoff zu verbieten.

Glyphosat im Bier: BfR relativiert Untersuchung

Wie das BfR bereits im vergangenen Jahr erklärte, "sind die Glyphosatrückstände in Bier aus wissenschaftlicher Sicht plausibel und grundsätzlich erwartbar, da Glyphosat ein zugelassener Pflanzenschutzmittelwirkstoff für Getreide ist." In Deutschland gelte allerdings für die zu Rückständen führenden zugelassenen Spätanwendungen von Glyphosat in Getreide, dass Braugetreide in der Regel von der Anwendung ausgenommen ist.

Unabhängig davon wären selbst die höchsten in 2016 vom Umweltinstitut München veröffentlichten Gehalte (30 Mikrogramm pro Liter) so niedrig, dass die hieraus rechnerisch resultierende Aufnahmemenge bei einem Erwachsenen (60 kg Körpergewicht) mehr als 1.000-fach niedriger liegen würde als die derzeit als unbedenklich geltende lebenslänglich duldbare (ADI) oder einmalig duldbare (ARfD) tägliche Aufnahmemenge.

So müsste ein Erwachsener laut BfR (bei Rückständen von 30 Mikrogramm Glyphosat pro Liter) an einem Tag rund 1.000 Liter Bier trinken, um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen.

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