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Umwelt

Glyphosat erneut auf dem Prüfstand

von , am
10.07.2015

Ist Glyphosat wirklich krebserregend? Die Experten sind sich uneinig. Im Vorfeld der Entscheidung zur Neuzulassung hat die Regierung nun weitere Untersuchungen zum Gefährdungspotential veranlasst.

Glyphosat gilt nach einer jüngsten Einstufung des IARC als 'wahrscheinlich krebserregend für Menschen'. © Mühlhausen/landpixel
Das Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat soll erneut auf seine Wirkung auf den Menschen überprüft werden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur möglichen gesundheitlichen Belastung durch Glyphosat hervor. Ende des Jahres 2015 steht die Entscheidung über die EU-Zulassungserneuerung für Glyphosat an. Deutschland ist hierbei berichterstattender Mitgliedstaat. Die neue Risikoeinschätzung durch das Krebsforschungsinstitut IARC befindet sich jedoch im Widerspruch zur Risikoeinschätzung des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).
 
Daher sollen vor der Entscheidung zur weiteren Genehmigung des Wirkstoffes beide Gremien des IARC und JMPR (Joint Meeting on Pesticide Residues) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die zwei zuständigen EU-Behörden EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) und ECHA (Europäische Agentur für chemische Stoffe) noch strittige wissenschaftliche Fragen klären, heißt es in der Antwort.

Gefährdungspotential ist nicht gleich Risikobewertung

Glyphosat ist nach Darstellung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) weltweit eines der am meisten eingesetzten Wirkstoffe in Unkrautbekämpfungsmitteln. Die Grünen hatten eine Einschätzung der Bundesregierung zu den Konsequenzen aus der Einstufung von Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" durch die Krebsforschungsagentur der WHO gefordert.
 
Dazu heißt es in der Antwort, dass das IARC Stoffe nach ihrem grundsätzlichen Gefährdungspotential einstufe und nicht das mit dessen Nutzung möglicherweise verbundene tatsächlich vorliegende Risiko bewerte. Für die WHO sei das JMPR, das die WHO gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) betreibt, hingegen für die Risikobewertung von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen auf internationaler Ebene zuständig. Das JMPR lege unter anderem auch die Rückstandshöchstgehalte für Pflanzenschutzmittel international fest. Dieses Gremium habe Glyphosat bislang als "nicht krebserregend für Menschen" beurteilt. Aktuell bemühe sich die WHO deshalb darum, die unterschiedlichen Einstufungen desselben Stoffes durch zwei ihrer Institutionen zu klären.
 
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