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Politik national

Glyphosat: Widerstand gegen Totalherbizid wächst

Eva Ziegler/agrarheute
am
11.05.2015

Die Weltgesundheitsorganisation hat Glyphosat kürzlich als "wahrscheinich krebserzeugend für den Menschen" eingestuft. Diese Einschätzung wirkt nach.

Weil die Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als "wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen" eingestuft hat, haben die deutschen Verbraucherschutzminister das Totalherbizid auf die Tagesordnung ihrer Konferenz gesetzt.
 
Sie wollen die Anwendung von Glyphosat in Privat- und Kleingärten sowie im Bereich kommunaler Grünflächen oder Bahngleise vorläufig verbieten. "Der Bund muss hier zeitnah ein Verbot aussprechen, bis eine abschließende Neubewertung der Europäischen Behörden vorliegt. Das ist aus Vorsorgegründen notwendig", sagt Umweltstaatssekretärin Silke Schneider(Schleswig-Holstein).
 
Außerdem erwarten die Verbraucherschutzminister vom Bund zeitnah zumindest ein vorläufiges Verbot von Glyphosat bei verbrauchernahen Anwendungen.
 
Zu Beginn der Verbraucherschutzministerkonferenz hatte eine Bürgerbewegung 220.000 Unterschriften für ein Glyphosat-Verbot vorgelegt.

Länder wollen gute fachliche Praxis auf Glyphosat überprüfen

Der von der VSMK bei einer Enthaltung gefasste Beschluss zur Einstufung von Glyphosat fällt in einer kritischen Phase: Eigentlich soll dieses Jahr die Zulassung dieses Totalherbizids in der EU um weitere zehn Jahre verlängert werden. 
  
Außerdem, so Silke Schneider, müsse der Bund verbindlich festlegen, unter welchen Voraussetzungen die "gute landwirtschaftliche Praxis" die Anwendung von Glyphosat erlaubt. Gemeinsam mit anderen Bundesländern verlangt Schleswig-Holstein zusätzlich, dass die neue Einschätzung der WHO bei der Zulassung von Produkten im landwirtschaftlichen Einsatz berücksichtigt wird. Der Bund solle sich für weitere Einschränkungen des Glyphosat-Einsatzes in der Landwirtschaft einsetzen.

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