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Politik EU

Glyphosat: Zulassung könnte bis Sommer 2016 verlängert werden

von , am
15.09.2015

Die EU-Kommission zieht in Erwägung, die Zulassung von Glyphosat um sechs Monate zu verlängern. Ursache dafür ist das verzögerte Bewertungsverfahren durch die EFSA.

Eine Verlängerung der Glyphosatzulassung ist laut EU-Kommission 'denkbar'. © landpixel
Wie die Berliner Vertretung der Europäischen Kommission gegenüber agrarheute.com bestätigt, ist eine Verlängerung der Glyphosatzulassung denkbar. Normalerweise würde die Zulassung Ende diesen Jahres auslaufen. Beim nächsten Treffen des zuständigen Ausschusses der Experten der Mitgliedstaaten will die Kommission die Verlängerung um sechs Monate vorschlagen.
 
Ursache ist die Verschiebung der Neubewertung des Wirkstoffes durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Die EFSA will neben dem Gutachten des BfR auch die Ergebnisse der Krebsforschungsagentur der WHO, IARC, in die Bewertung einbeziehen. Diese Ergebnisse standen erst im Juli 2015 zur Verfügung. Ziel ist laut Kommission eine Bewertung, "die so umfassend und gründlich wie möglich ist und alle wissenschaftlichen Erkenntnisse einbeziehen kann".

Zulassungsverlängerung ist gesetzliche Pflicht

Wie die Europäische Kommission weiter erklärt, sei es eine gesetzliche Verpflichtung, die Zulassung  eines Wirkstoffes zu verlängern, wenn die Gründe für die Verzögerung des Bewertungsverfahrens außerhalb der Kontrolle des Antragstellers liegt. Für Glyphosat sei das der Fall.
 
Die Kommission und die Mitgliedstaaten treffen unter Berücksichtigung der Schlussfolgerungen der EFSA eine Entscheidung darüber, ob ein Wirkstoff in die Liste der zugelassenen Wirkstoffe  aufgenommen werden soll oder nicht. Dies ist ausschlaggebend dafür, ob der Wirkstoff dann in einem Pflanzenschutzmittel in der EU verwendet werden darf.
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