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Umwelt

Göppel für "Leitplanken statt Abholzen" bei Straßenbäumen

von , am
04.02.2014

Berlin - CSU-Bundestagsmitglied Josef Göppel kritisiert in einem Schreiben an Verkehrsminister Alexander Dobrindt das zunehmende Abholzen von Straßenbäumen und fordert "Leitplanken statt Abholzen".

Wie der Umweltpolitiker in seinem Brief an Dobrindt schreibt, werden "in vielen Teilen Deutschlands Straßenbäume und Alleen abgeholzt, weil sie näher als 8,50 Meter am Fahrbahnrand stehen." Ein Grund sei, dass die Straßenbauämter die mögliche Haftung von Beamten bei Unfällen fürchten. Hintergrund sei eine interne Richtlinie des Bundesverkehrsministeriums. In einem Schreiben an den neuen Verkehrsminister Alexander Dobrindt fordert Göppel deshalb "mehr Leitplanken statt Abholzen".
 
Nach der Richtlinie für passiven Schutz an Straßen gelten Bäume als "Einzelhindernisse", wenn ihr Stammdurchmesser mehr als 8 cm beträgt. Die Richtlinie nenne 7,50 Meter vom Rand der befestigten Fläche als kritischen Abstand. In der Praxis verlangen viele Straßenbaubehörden jedoch 8,50 Meter. Dieser Abstand gelte nicht nur für Neupflanzungen, sondern auch bei allen Umbaumaßnahmen an Straßen. Er betreffe somit auch geschlossene Alleen und Straßenverläufe durch Wälder.

Abholzen aus Sparsamkeit

Neben "massiven Abholzungen" ließen sich dadurch auch Neupflanzungen kaum mehr realisieren, da der Abstand von 8,50 Meter weit in die angrenzenden Grundstücke hinein reicht, wie Göppel ausführt. Nach der Richtlinie könnten Bäume innerhalb von 8,50 Metern erhalten bleiben, wenn Leitplanken, angebracht werden. Vor dem Aufstellen solcher Schutzeinrichtungen ist jedoch laut Richtlinie "zu prüfen, ob der Schutz besser durch das Entfernen der Hindernisse" erreicht werden könne. Aus Gründen der Sparsamkeit entscheiden sich die Straßenbauverwaltungen laut Göppel fast immer für das Fällen der Bäume.
 
"Selbstverständlich hat der Schutz von Menschen Vorrang, aber mit der Festlegung von 8,50 Metern Abstand schießt man weit über das Ziel hinaus", schreibt Göppel und fordert vom neuen Verkehrsminister Dobrindt eine Überprüfung des "rigorosen Vorgehens" sowie "eine Beschränkung der Abholzungen auf Gefahrenstellen und die vermehrte Anbringung von Schutzeinrichtungen". Die bisher praktizierte pauschale Durchsetzung der RPS-Richtlinie geht nach seiner Meinung weit über das erforderliche Maß hinaus.
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