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Dorf und Familie

GPS als Ersatzfutter, Abkalbemelder und Kuschelhühner

Externer Autor
am
05.07.2013

Lohnt es, Getreide für fehlendes Grundfutter zu häcksleln? Lohnen sich Abkalbemelder? Und warum sitzen die Hühner nicht auf der Stange?

Getreide-Ganzpflanzensilage als Ersatzfutter? 

Die Agrar_heute_redaktion fragt: "Die Grassilage-Ernte steht ja in dieser Saison unter keinem guten Stern... Regional wird das Futter knapp und die Silagequalität lässt zu wünschen übrig!  Kann GPS die Verorgungslücke schließen?"
 
WeissJohannes schreibt: "Würden sagen ja . . . wir silieren alle Jahre wieder die stücken wo in den Hafer Kleegras untergesät wurde auf Ende Juni ab. Wie vor zwei Tagen wieder. Erfahrungsgemäß melken die Damen genauso gut teilweise besser auf das Futter als mit nur reinen Gras. Und Ertragsmäßig doppelt so viel an Frischmasse als in Vergleich zu DG oder Klee. Des weiteren wird die Etablierung der Untersaat gefördert. Ernte im Betrieb per Presse. Roggen oder Weizen GPS machen wir nicht mehr. Denn den Schroth brauchen wir auch. Werde aber nach der Wintergerste Zwischenfrucht zum Zwecke der Futternutzung aussähen. Aber Futternot haben wir auch so nicht. Aber lieber 20% Überschuss als zu wenig Futter."
 
martl meint: "Also wir säen, wenn das Kleegras im Frühjahr gesät wird, 40 kg Hafer + 25 Kleegras bzw Luzernegras. Und das geht ganz gut... Der Hafer ist nicht zu üppig so hat das KG genug Licht und Platz zum wachsen."

Abkalbemelder

Kone fragt: "Hat jemand von euch einen Abkalbemelder, der an/in der Kuh angebracht wird? Mir sind 2 Systeme bekannt, der Patura Abkalbemelder, und das System von Velphone, das in die Scheide eingebracht wird, die Körpertemperatur misst und bei Beginn der Geburt ausgeschieden wird."
 
Auf die Frage von Fella: "wie wärs mit ner Kamera?" antwortet er: "Mit der Kamera kann man schlaflose Nächte verbringen, bis man dann doch irgendwann einpennt. Beim Geburtsmelder kann man schlafen, bis der Alarm kommt."
 
rocknrolldirk meint: "Ich habe das System, mit dem auch die Geburtsthermometer arbeiten könnten. Ich finde so eine Technik aber überflüssig und nutze nur die Aktivitätsmessung. Durch angemessene Fütterung und eine anständige Abkalbebox sowie geburtsfreundliche Zuchtwahl kann man den Kalbeverlauf extrem vereinfachen (d.h. dass praktisch nur noch bei Zwillings- und Rückwärtsgeburten sowie vereinzelt bei Erstkalbinnen überhaupt eingegriffen werden muss, ganz selten vom TA). Des Weiteren tut es Tieren vor der Kalbung gut, wenn sie sich einige Tage an eine Strohbox gewöhnen können (lieber ein paar Tage länger, auch wenn es Stroh kostet), in der dann die Geburt stattfindet-somit interessiert mich persönlich der genaue Geburtstermin nicht besonders. Jedes Tier zu fixieren um das Thermometer einzubringen wäre für mich ein zusätzlicher, fast immer überflüssiger Arbeitsschritt und ein zusätzlicher Eingriff ins Tier, das man man besonders in diesem sensiblen Zeitraum möglichst in Ruhe lassen sollte. Bei meiner Abkalbebox gibt es nur manchmal das Problem, wenn mehrere Kühe nachts kalben die Kälber richtig zuzuordnen... Dafür wäre eine Kamera mit Aufzeichnungsfunktion nützlich!"  Aber auch die restliche Diskussion ist sehr kontrovers geführt worden.

Kuschelhühner ... ?

Der_Bienenfreund hat ein besonderes Problem: "Nun habe ich mir auch noch 5 Hühner der Susex Landrasse zugelegt, um mein Frühstücksei und vieleicht auch das meiner  Verwandschaft zu erzeugen. Die Hühner haben weiten Weideauslauf Kompostzugang und freuen sich des Lebens, aber wenn es dunkel wird gibt es da ein Problem. Natürlich habe ich in den kleinen Stall auch eine Sitzstange für die Nacht ( in ca. 15 cm Höhe über dem Boden) angebracht. Leider nehmen die Hühner von dieser Sitzgelegenheit keinerlei Notiz und kuscheln sich satt dessen sicht gedrängt in das Fallnest, welches bei dieser Gelegenheit auch zum WC wird. Frage an die Profis ... ist das normal ? Wenn nicht ,was kann man dagegen machen. Oder was habe ich falsch gemacht. Wie komme ich da raus aus dieser Eierei."
 
Britta meint: "vielleicht hilft ein passender Hahn. Er kann mit seinem Wunsch nach der Favoritin der Schar einen Impuls zur Neuorientierung geben."
 
Hundumadum schreibt: "Das war bei meinen Mädels anfangs auch so. Alle haben sich zum Schlafen überall jedoch nicht auf die Stange gesetzt. Ich bin dann jeden Abend wenn's schon dunkel war in den Stall und hab jede einzelne auf die Stange gesetzt. Da es ja dunkel war blieben sie sitzen! Das ging bestimmt gute 2 Wochen so.  Daher der Ausdruck dummes Huhn aber es hat geholfen!" Und Alphaab antwortet: "Unsere Küken haben bereits sehr tief hängende Sitzstangen angenommen, im Stall später haben sie anfangs auf dem Boden genächtigt. 15cm finde ich persönlich zu tief, setz sie auf 50cm hoch, so hast Du drunter auch mehr Platz für Mist und laufende Tiere. Das Legenest würde ich vorerst über Nacht zusperren - aber früh wieder öffnen, damit die Damen morgens gleich rein können, um ihrer Arbeit nach zu gehen. N Hahn wird ihnen sicher auch nicht schaden, um den Tag zu organisieren"

Agroforstkultur - Der Waldgarten der Landwirtschaft

Holzgaser fragt: "Hat sich schon mal jemand mit dem Thema Agroforst zur Nahrungsmittel und Energieerzeugung befast, oder gibt es dazu Erfahrungen? Agroforst heißt ja nicht ein „im Weg stehende Bäume“ auf den Acker oder die Wiese gestellt und ist auch nicht als Ökospinnerei anzusehen! Es handelt sich dabei um eine Koproduktion von Ackerfrüchten und Holz als verbesserte Wertschöpfung je Flächeneinheit. Dabei stehen ganz klaren betriebswirtschaftliche, langfristige Aspekte im Fokus, die zu einer, von Subventionen unabhängigeren Landwirtschaft führen können."
 
Darky meint dazu: "Bäume am Ackerrand sind für den Boden mal nicht das schlechteste...das Laub düngt unglaublich.... Nur wenn sie die Sonne fressen is das Feld immer nass... Wenn ich sie so Stelle das dieses nicht passiert is das Feld vom Nachbar immer nass... also auch keine Option.."
 
Schaumburger ist da anderer Meinung: " Und im Sommer ist es zu trocken neben den Bäumen... dann noch die Auflagen beim Pflanzenschutz... da macht ein solches System keinen Sinn." Freisinger gibt den Tipp: "In der Nähe läuft zur Zeit ein Versuch vom Biobauer Sepp Braun (einfach danach googeln) mit Weiden und Pappeln als Ackerrandstreifen. Jetzt nach drei Jahren sind die Pappeln schon recht mächtig. Er will sie häckseln, und in seinem Holzvergaser vergasen." 

Rinder-TBC: Allgäuer Landräte lockern Sperrpraxis

Die Meldung der Agrar_heute_ redaktion: "Viele Allgäuer Milchviehhalter leiden unter Betriebssperrungen, die sich später oft als befundlos herausstellen. Nun heben die Landräte die Sperrpraxis bei fraglichen TBC-Testergebnissen auf" überschneidet sich mit der von Bayern1 die Freisinger postet: "Soeben kam in den Nachrichten auf Bayern1, dass sich die TBC weiter nach Osten in die Landkreise GAP, Töl und MB ausgeweitet hat."
 
oimarin kommentiert: "Es wurden ja schon einige getestet.. und auch alle Milchkühe die auf die Alm gehen.. allles negativ. Aber wartet ab.. die Tiere wenn von der Alm kommen dann sind wir wieder dran.. und die Wahlen sind dann ja auch rum..."
 
Und Lobbylandwirt schreibt zur Übertragung: "Hallo zusammen, ein und derselbe Erreger vom österreichischen Lechtal über das Oberallgäu bis nach Rosenheim jetzt. Österreich: Totalabschuss beim Rotwild (natürlich nur betroffenes Gebiet),  jedes Tier untersucht --> deutlich zweistellige Prozentzahlen, was den Erregerbefall betrifft. Oberallgäu: Nur vom Jäger abgelieferte Proben werden untersucht. Wird vorab aussortiert? Ich weiß es nicht. Die Vermutungen bestehen aber. Jäger wehren sich massiv gegen Abschuss im Wildgatter (Rotwildmastanlagen) Das alles spricht für mich für eine Übertragung durch das Rotwild. Ob der Erreger vom Rotwild oder vom Rind kommt, ist völlig unerheblich, er wird vom Rotwild übertragen. Andere Übertragungswege schließe ich nicht aus, mit Ausnahme der Ausländer, dann hätten wir nämlich verschiedene Erreger und nicht einen speziellen."

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