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Wirtschaft

Die größten Schlachthöfe Deutschlands in 2014

Schlachthaken
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am
26.03.2015

Während Unternehmen wie Tönnies und Westfleisch auch in schweren Zeiten wachsen konnten, stecken andere in der Konsolidierung. Die Branchenriesen Vion und Danish Crown verzeichneten 2014 weniger Schlachtungen.

Die deutschen Schlachtbranche zeichnet sich durch einen hohen Konzentrationsgrad aus. Der Marktanteil der drei größten Schweineschlachter Deutschlands lag auch in 2014 konstant bei etwa 55 Prozent aller Schlachtungen. Insbesondere der Branchenprimus Tönnies setzte den beeindruckenden Wachstumskurs fort. Erstmals in der Unternehmensgeschichte wurden über 17 Mio. Schweine geschlachtet.
 
 
Weniger Schweine als noch im Jahr 2013 kamen bei Vion an den Haken. Hier sank die Zahl der Schlachtungen um etwa 500.000 Tiere, unter anderen da die Standorte in Lingen, Weimar und Minden geschlossen wurden.

1. Tönnies

Insbesondere der Branchenprimus Tönnies setzte im vergangenen Jahr seinen Wachstumskurs fort. Mit europaweit über 17 Millionen (Mio.) Schlachtungen ist Tönnies in Deutschland weit an der Spitze. Jüngstes Mitglied in der Tönnies-Familie soll der Thomsen-Schlachthof im schleswig-holsteinischen Kellinghusen werden. Aber der Konzern investiert nicht nur kräftig in die Schlachtung und Zerlegung, sondern stellte bereits Ende 2014 ein neues Werk zur Heparinherstellung in Rheda-Wiedenbrück fertig.
 
Daneben verfolgt Clemens Tönnies mit Nachdruck sein Ziel, eine Schweinefleischproduktion in Russland und Serbien aufzubauen. Auch mit der Zur-Mühlen Gruppe ging Tönnies auf Einkaufstour. Zuletzt wurde das Versmolder Fleischwarenunternehmen Heinrich Nölke mit den bekannten Marken wie Gutfried, Menzefricke und Müritzer übernommen.

2. Vion

Gänzlich anders stellt sich die Situation bei Vion dar, wo erhebliche Kapazitäten abgebaut wurden. Doch scheinen die Umbau- und Sparmaßnahmen der vergangenen Jahre langsam Früchte zu tragen. Unter neuer Führung konnte der Sanierungskurs endlich konsequent fortgesetzt werden: Der Standort in Lingen wurde aufgegeben. Die Convenience Retail Sparte wurde verkauft.

3. Westfleisch

Bei der westfälischen Westfleisch standen die Vorzeichen im vergangenen Jahr weiter auf Wachstum, insbesondere in eine höhere Verarbeitungstiefe. Mit der Übernahme des Wurstherstellers Aldenhoven ist Westfleisch nach eigenen Angaben zu einem der größten Fleisch- und Wurstwarenhersteller Deutschlands aufgestiegen. Die Umwandlung in eine europäische Genossenschaft (SCE) soll das Unternehmen für ausländische Anteilseigner öffnen. Wohl auch, um Geld in die Kassen zu spülen und damit nicht vom rasanten Wachstumskurs der Konkurrenz abgehängt zu werden.

4. Danish Crown

Der Vorsprung von Danish Crown ist merklich geschrumpft. Bei Danish Crown im niedersächsischen Essen/Oldenburg kamen mit 2,60 Mio. etwa 5 Prozent weniger Schweine an den Haken als noch im Vorjahr. Eine nicht unerhebliche Ursache dürfte in der Preispolitik des Unternehmens liegen. Mit 17 Wochen, in denen man von der Preisempfehlung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) abgewichen ist, führt man zumindest das Hauspreisranking mit großem Vorsprung an.

5. Vogler

Spürbar zulegen konnte die Firma Vogler mit den Standorten in Bremen, Laatzen und Luckau. Nach Unternehmensangaben wurden im vergangenen Jahr 2,45 Mio. Tiere geschlachtet, was einem Anstieg um etwa 7 Prozent zum Vorjahr entspricht.
 

6. Müller-Gruppe

Wie im Vorjahr konnte sich die süddeutsche Müller-Gruppe mit 1,75 Mio. geschlachteten Schweinen auf Platz 6 behaupten. Das Unternehmen profitiert nach eigenen Angaben aktuell von der spürbar gestiegenen Nachfrage nach Fleisch aus regionaler Erzeugung.
 

7. Böseler Goldschmaus

Auch Böseler Goldschmaus aus dem niedersächsischen Garrel konnte mit einer gesicherten regionalen Herkunft ihrer Tiere bei den Abnehmern im Lebensmittelhandel und der Industrie punkten und die Anzahl der Schlachtungen um annähernd 10 Prozent auf 1,68 Mio. Schweine weiter steigern.
 

8. Tummel

Das Schlachtunternehmen Tummel aus Schöppingen konnte mit 1,51 Millionen geschlachteten Schweinen in 2014 in etwa die Zahlen des Vorjahres erreichen. Nachdem das Kartellamt die Übernahme von Tummel durch Tönnies bereits 2011 untersagt hatte, wartet man hier weiterhin auf das endgültige Gerichtsurteil.
 

9. BMR Schlachthof

Mit insgesamt 1,35 Millionen geschlachteten Schweinen konnte der BMR Schlachthof in Garrel das Vorjahresergebnis erreichen.
 

10. Simon

Das Familienunternehmen Simon aus Wittlich konnte erstmals in der Unternehmensgeschichte die Marke von einer Million Schweineschlachtungen überspringen. Durch die Auslagerung der Rinderschlachtungen an den Standort Prüm konnten die Kapazitäten in Wittlich für Schweineschlachtungen ausgeweitet werden.
 
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