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Dorf und Familie

Großbrand im Schweinestall: Eine Woche später

© Br
Krenn
am
17.04.2015

Einen Schaden in Millionenhöhe verursachte ein Stallbrand auf einem Hof im fränkischen Bischofsheim. Für die Anzeige der Tierrechtsorganisation PETA gegen den Landwirt gibt es kein Verständnis.

Einen Schaden in Millionenhöhe verursachte ein Stallbrand auf einem Hof im fränkischen Bischofsheim. © Br
Bei dem Brand vergangene Woche sind in kürzester Stall und Nebengebäude des Hofs in Bischofsheim niedergebrannt. Der Landwirt hat nicht nur den Sachschaden, sondern auch den Verlust von 400 Ferkel und 220 Muttersauen zu verkraften. Tagelang musste der Landwirt mit Helfern die verkohlten Tiere aus den Trümmern bergen, berichtet er gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR).
 
Für den Landwirt ist in der Brandnacht ein Schaden von 1,2 bis 1,5 Millionen Euro entstanden. Und dazu kommt nun auch noch eine Anzeige von der Tierrechtsorganisation PETA.

Feuerwehr und Journalisten sind bestürzt

Der Einsatzleiter der Feuerwehr Tobias Hetterich hat kein Verständnis für die Sicht der Tierrechtler. Ein Betreten des Stalls sei definitiv nicht möglich gewesen, sagte der junge Mann dem BR. Zudem zeige die Erfahrung von anderen Stallbränden, dass verängstigte Tiere bei solch einem Großbrand eine bestehende Fluchtgasse nicht nutzen. Der Landwirt vermutet, dass die Tierschutzorganisation mit der öffentlichkeitswirksamen Anzeige vor allem ihr Spendenkonto auffüllen möchte. Der Stall sei schließlich genehmigt und zugelassen gewesen.
 
Und auch der BR-Redakteur Achim Winkelmann schreibt: "Nach alle dem, frage ich mich: Haben die Tierrechtler von PETA aber nicht Gutes im Sinn, wenn sie auf mögliche fehlende Brandschutzbestimmungen hinweisen? Möglich ist das. Landwirte aber, die bei einem Brand ohnehin einen großen Schaden erlitten haben, ohne eine Besichtigung oder Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten anzuzeigen und zu verdächtigen - das schießt für mich weit über das Ziel hinaus und beschädigt langfristig auch den guten Ruf, den sich die Organisation bei ihrem Engagement gegen Tierversuche, den Pelzhandel oder Massentierhaltung erworben hat."

Anzeigenserie von PETA

Es ist nicht der erste Fall, in dem PETA nach einem Brand Strafanzeige gegen einen Landwirt erstattet: Erst im Februar hatte die Organisation einem hessischen Rinderhalter unzureichende Brandschutzmaßnahmen vorgeworfen. Auch davor schon hatte es nach Bränden diverse Strafanzeigen gegeben. Das Vorgehen hat Methode: Denn nach Ansicht der Organisation sind die bestehenden Brandschutzverordnungen nicht ausreichend und würden zudem "in der Praxis meist nicht umgesetzt".
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