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TV-Tipp

Der große Holzmangel: Waldbesitzer machtlos

Ein Traktor von Claas transportiert Holz zum Hausbau
am Montag, 29.11.2021 - 09:28 (6 Kommentare)

Eine Doku beschäftigt sich am Dienstag mit dem großen Holzmangel in Deutschland. Waldbesitzer fühlten sich hier ebenso machtlos wie Milchbauern.

Der TV-Sender arte zeigt am Dienstag, den 30.11.2021 um 19.40 Uhr eine Reportage zum Thema Holzmangel.

Die Filmemacher stellen sich die Frage, wie es nur dazu kommen kann, dass Waldbesitzer kein Holz mehr zum Bau ihres eigenen Hauses haben und Dachdecker damit beginnen, alte Dachlatten wiederzuverwerten. Sie fühlten sich ebenso machtlos, wie Milchbauern.

Baustoff-Preise explodieren: Traum vom Haus platzt

Im Herbst 2021 sollte der Bau ihres Hauses beginnen: Jenny und ihr Lebensgefährte Pascal stammen beide aus dem Dorf Mandern in Rheinland-Pfalz. Hier wollten sie unbedingt bleiben, hier hatten sie ein Grundstück reserviert. Doch dann explodieren plötzlich die Baustoff-Preise, vor allem die für Holz.

Die Kosten für den geplanten Hausbau stiegen von etwa 350.000 Euro auf bis zu einer halben Million. „Das könnten wir irgendwie auch noch stemmen“, sagt Jenny, „aber dann müssen wir nur noch fürs Haus leben – und das ist nicht unsere Vorstellung von Lebensqualität.“ So zerplatzt der Traum vom eigenen Haus.

Dorf lebt von Forstwirtschaft: Kein Holz zum Bauen mehr

In Mandern, dem Dorf, das von riesigen Waldflächen umgeben ist und seit Jahrhunderten von der Waldwirtschaft lebt, gibt es plötzlich kein Holz mehr zum Bauen. Das junge Paar sucht nach Alternativen. Das ist kein Einzelfall, sagt der Bürgermeister der kleinen Gemeinde. Eigens für die jungen Familien aus dem Ort wurde ein Neubaugebiet erschlossen, um ihre Abwanderung zu verhindern. Und nun sei man weitgehend machtlos.

Als wichtigster Preistreiber gilt die riesige Holz-Nachfrage aus den USA und China. So jedenfalls erzählen es die großen Sägewerke, bei denen die Baumstämme verarbeitet werden.

Machtlosigkeit: Waldbesitzern geht es wie Milchbauern

In Mandern gibt es viele kleine Waldbesitzer, die sich zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen haben. Sie sind weitgehend machtlos, was die Preise betrifft. „Uns geht es genauso wie den Milchbauern, die Supermärkte beliefern“, sagt ein Waldbesitzer, der seinen eigenen Haus-Anbau nicht vollenden kann: „Dort im Wald ist mein Holz und das würde ich gern hier verbauen, aber ich komme ja selbst nicht ran.“

Dachdeckermeister vor Ort sind schon dazu übergegangen, die Nägel aus alten Dachlatten zu ziehen, um sie für Neubauten wiederzuverwenden.

Mit Material von arte

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