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Politik international

Grüne sehen Agrarpolitik am Scheideweg

von , am
15.12.2009

Bern - Die grüne Bundestagsfraktion sieht die Agrarpolitik am Scheideweg. Zur Erhaltung einer bäuerlichen Milchwirtschaft fordern die Grünen eine Abkehr vom eingeleiteten Liberalisierungskurs.

© DBT/Büker

Man stehe vor einer grundlegenden Richtungsentscheidung über eine "Produktion für den Weltmarkt um jeden Preis" oder eine Landwirtschaft, "die zur Lösung der Probleme unserer Zeit beiträgt, anstatt sie zu verschärfen", geht aus einem Thesenpapier des agrarpolitischen Sprechers der Fraktion, Friedrich Ostendorff. Danach erbringe die bäuerliche Landwirtschaft eine Reihe von gesellschaftlichen Leistungen wie Klimaschutz, Erhalt von Artenvielfalt und Kulturlandschaft, Sicherung von Beschäftigung im ländlichen Raum sowie Regionalität und internationale Ernährungssicherheit, die auch in Zukunft unverzichtbar seien.

Die bäuerliche Landwirtschaft sei damit "nicht ein schönes Relikt aus der Vergangenheit, sondern eine Forderung unserer Zeit". Zur Erhaltung einer bäuerlichen Milchwirtschaft fordern die Grünen eine Abkehr vom eingeleiteten Liberalisierungskurs. Sie bekräftigen ihren Vorschlag für eine flexible Mengenregelung in Produzentenhand als eine zeitgemässe Alternative zum starren und bürokratischen EU-Quotensystem. Die deutsche Regierung wird aufgerufen, sich nicht länger aus ideologischen Gründen der Diskussion über eine Nachfolgeregelung des 2015 auslaufenden Quotensystems zu verschliessen. (pd)

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