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Dorf und Familie

Grüne Woche immer internationaler

AgE
am
07.01.2014

Berlin - Internationaler denn je wird sich nach den Worten von Lars Jaeger die Internationale Grüne Woche (IGW) 2014 präsentieren.

Mit der Teilnahme von 36 Landwirtschaftsministerien und Marketinggesellschaften aus aller Welt sei eine neue Rekordmarke erreicht, sagte der Projektleiter der Presse. Jaeger führt dies zu einem wesentlichen Teil auf das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) zurück, das immer mehr Zuspruch erfahre und direkt auf die Grüne Woche ausstrahle. Insgesamt seien zwei komplette Hallenstränge mit Ausstellern aus dem Ausland belegt.
 
Große Erwartungen hat Jaeger an das Partnerland Estland, das sich mit großem Engagement auf seinen Messeauftritt unter dem Motto "Wunderbar anders" vorbereite. Neben der weiter gestiegenen internationalen Bedeutung verweist der Projektleiter auf die Funktion der Grünen Woche als Podium für die nationale Agrarpolitik. Für den neuen Bundeslandwirtschaftsminister Dr. Hans-Peter Friedrich werde die Grüne Woche die erste Gelegenheit bieten, sich umfassend zu agrarpolitischen Fragen zu äußern und "in der Branche bekannt zu machen". Jaeger nannte erneut die Zahl von 400.000 Besuchern als Marke, an der man sich messen lassen werde. Die Grüne Woche öffnet ihre Tore am 17. Januar; Schluss ist am 26. Januar.

Zeichen der Zeit erkannt

Ausdrücklich bedauerte Jaeger die Absage des Landwirtschaftsministeriums von Rheinland-Pfalz, das in diesem Jahr erstmals auf eine eigenen Stand auf der Grünen Woche verzichtet. Dennoch sei die Teilnahme von 13 Bundesländern an der im letzten Jahr vielbeachteten "Deutschlandtour" ein Erfolg und eine Bestätigung für die gestiegene Bedeutung von Regionalität. Die Bundesländer trügen damit dem anhaltend großen Interesse der Verbraucher an der Herkunft der Nahrungsmittel Rechnung. "Ich bin optimistisch, dass die Länder auch in Zukunft die Chance nutzen, die diese Präsentation bietet", so Jaeger. Die kulinarische "Deutschlandtour" führt die Besucher durch sieben Messehallen. Ausgangspunkt ist die frühere Länderhalle 20 mit Beiträgen von Hessen, Thüringen sowie Niedersachsen/Bremen. Brandenburg belegt wie in der Vergangenheit die Halle 21a; die Halle 21b wird von Berlin und Sachsen gestaltet. Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen erwarten die Besucher in Halle 22a. Bayern ist erneut in der Halle 22b vertreten. Die Halle 23b ist auch in diesem Jahr die Sachsen-Anhalt-Halle. Schließlich folgt Mecklenburg-Vorpommern in Halle 5.2b. Ausdrücklich unterstrich Jaeger den verbindenden Charakter der Hallen. Zwar biete das Konzept genügend Spielraum für individuelle Gestaltung; dennoch werde das verbindende Element der Reise durch Deutschlands Regionen deutlich.

Unverstellter Blick aufs Land

Räumlich und inhaltlich mit der "Deutschlandtour" verbunden sind die Sonderschau des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Halle 23a und die neu konzipierte Gemeinschaftsschau "Lust aufs Land - gemeinsam für die ländlichen Räume" in Halle 4.2. "Verbraucher und Landwirtschaft - Gemeinsame Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt" lautet wiederum das Motto der Grüne-Woche-Präsentation des neu zugeschnittenen Agrarressorts.
 
In den Mittelpunkt stellt das Ministerium nach eigenen Angaben verantwortliches Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der landwirtschaftlichen Urproduktion über die Verarbeitung bis zum Konsum. Thematisiert werden in der Halle zudem die Herausforderungen des Klimawandels und die Rolle der Landwirtschaft bei der Erhaltung der genetischen Vielfalt. "Lust aufs Land" ermöglicht laut Jaeger durch die Beteiligung einer Vielzahl regionaler und lokaler Initiativen mehr als in der Vergangenheit einen "unverstellten Blick" auf ländliche Räume in Deutschland und dortige Aktivitäten. Vertreten sind aber auch eine Reihe von wichtigen Akteuren der ländlichen Entwicklung, etwa der Deutsche Landkreistag (DLT), die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) und die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft. Im Mittelpunkt der Halle steht die wiederum von der Agrarsozialen Gesellschaft (ASG) organisierte Land-Schau mit ihrer bewährten Mischung aus inhaltlichen und kulturellen Programmpunkten.

FNL setzt auf dialogorientierte Kommunikation

Ebenfalls vertreten ist das Bundeslandwirtschaftsministerium über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) auch in der Fachschau nature.tec in Halle 5.2. Dort geben Aussteller einen Überblick über den aktuellen Stand der Entwicklungen bei der energetischen und stofflichen Nutzung von Agrar- und Forstrohstoffen. Unter dem Motto "Innovation und Tradition - Landwirtschaft verbindet" beteiligen sich rund 70 Partnerverbände, Firmen und wissenschaftliche Institutionen am ErlebnisBauernhof in Halle 3.2. Die hier federführende Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) setzt 2014 noch stärker auf eine dialogorientierte Kommunikation und eine multimediale Präsentation der Inhalte. Der Deutsche Bauernverband (DBV) nutzt ebenso wie der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) den ErlebnisBauernhof für eine offensive Auseinandersetzung mit der öffentlich vorgebrachten Kritik an moderner Nutztierhaltung. Ähnlich konzipiert ist der Ausstellungsbeitrag der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), die ihren Gemeinschaftsstand unter das Motto "Dialog Lebensmittel" stellen. Die deutsche Holzwirtschaft steht hinter der Fachschau "Multitalent Holz" in Halle 4.2. Gezeigt werden hier unterschiedliche Facetten des Rohstoffs. Im Mittelpunkt stehen vielfältige Funktionen der Wald- und Forstwirtschaft einschließlich ihrer wirtschaftlichen Bedeutung. Den Beitrag der Jäger zum Schutz und zur Pflege von Flora und Fauna und insbesondere zum Erhalt der Artenvielfalt in Deutschland demonstriert der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) in Halle 26a.

Gesellschaftspolitische Verantwortung

Zu den großen Publikumsmagneten der IGW zählt erfahrungsgemäß die Tierhalle 25, die sich über die Jahrzehnte hinweg einen Ruf als "Schaufenster der deutschen Tierzucht" erarbeitet hat. Mit der 3. Bundesschau "Schwarz Rot Gold robust" mit extensiven Fleischrinderrassen vom 17. bis 19. Januar und der 5. Bundesschau Landschafe am 24. und 25. Januar sowie einer Darbietung von vielfältigen Pferde- und Rassetierschauen über die gesamte Messezeit wird die Tierhalle wieder breite Aufmerksamkeit finden. Erstmals zu sehen ist die Rinderrasse der Pulstetaler Schecken. Mit dem Dülmener Pferd wird die seit langem übliche Präsentation einer gefährdeten Nutztierrasse fortgeführt. Dessen Bestand wird mit aktuell bundesweit rund 400 Tieren angegeben. Ebenfalls ihr Publikum finden wird die Biohalle, die mit ihren rund 60 Ausstellern in Halle 1.2 umgezogen ist. "Mehr Platz für Leben" lautet das Ausstellungsmotto, das auf die positiven Auswirkungen des Ökolandbaus für Böden und Artenvielfalt abzielt. Erstmals werden in der Biohalle auch Tiere gezeigt. In gewohnter Umgebung in Halle 9, aber mit dem neuen Thema "Internationales Parlament der Blumen" wartet die Blumenhalle auf. Ein Schwerpunktthema dort ist das "urban gardening".
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