Login
Politik EU

Grünen-Vorschlag: 'Mehr Tierwohl soll Schweinepreise stabilisieren'

von , am
13.08.2015

Drei Grüne Agrarpolitiker haben ihr Rezept für die Entschärfung der Marktkrisen bei Milch und Schwein vorgelegt. Ein Bonus für weniger Milcherzeugung und mehr Platz für Schweine sollen die Produktion drosseln.

© Mühlhausen/landpixel
Die Europaabgeordnete Maria Heubuch, MdB Friedrich Ostendorff und der Landtagsabgeordnete Bernd Voß haben heute einen Vorschlag vorgelegt, um den Marktkrisen bei Milch und Schweinefleisch zu begegnen. Mit ihrem Lösungsansatz wenden sie sich an die Agrarminister der EU-Mitgliedstaaten, die am 7. September zu einer Sondersitzung des EU-Agrarrates zusammenkommen.

Milchmarkt: Bonus für Milchreduktion

Um den Milchmarkt zu stabilisieren wollen die Grünenpolitiker aus den Einnahmen der nun letztmalig erhobenen Superabgabe einen Bonus für Milchviehbetriebe finanzieren, die ihre Milcherzeugung um fünf bis 20 Prozent drosseln. "Wir müssen an der Ursache anpacken und runter von den Überschüssen. Das geht nicht mit dem Ausbau staatlicher Lagerhaltung, sondern nur mit einer gezielten Drosselung der Erzeugung. Dem muss der EU-Agrarrat nun Rechnung tragen", fordert die Europaabgeordnete Maria Heubuch.
 

Schweinemarkt: Mehr Platzangebot, weniger Schweine

Um dem schwächelnden Schweinemarkt zu begegnen, schlagen die Grünen vor, das Platzangebot pro Schwein in der gesamten EU um zehn Prozent zu erhöhen. Damit sollen, so die Meinung der Grünen-Politiker, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Es werde damit nicht nur das Tierwohl im Stall verbessert, sondern man erreiche damit auch einen Abbau des Überangebots auf dem Schweinemarkt.
 
"Wir verbinden die erforderliche Drosselung der Erzeugung mit einem Mehr an gesellschaftlicher Akzeptanz für die Tierhaltung. Höhere Wertschöpfung für die Bauern und mehr Tierwohl können und müssen sich gegenseitig ergänzen", erklärt Bernd Voß, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im schleswig-holsteinischen Parlament.
 
Auch interessant